«Die Leute erzählen uns natürlich schon Geschichten»

«Verzell doch das em Fährimaa», heisst es, wenn jemand etwas Unglaubliches erzählt. Hans Zürcher und seiner Frau, Fährleute in Ellikon a.R., werden auf der Überfahrt viele Geschichten erzählt. Lustige und traurige, manchmal sogar tragische. Für alle haben die Fährleute ein offenes Ohr.

Seit 18 Jahren betreiben Hans und Rosa Zürcher die Fähre in Ellikon am Rhein, die Touristen, Wanderer und ganze Schulklassen über den Fluss nach Nack, Deutschland, bringt.

Wer über den Rhein möchte, schlägt die Glocke am Ufer. Hans Zürcher und seine Frau lassen dann alles stehen und liegen, um die Fahrgäste über den Rhein zu setzen. Das könne auch mühsam sein, stellt Hans Zürcher klar. Trotzdem sei es ihm und seiner Frau wichtig, dass die jahrhundertealte Tradition einer Fähre in Ellikon nicht aussterbe.

Routine ja, Langeweile nein

Trotz der hohen Präsenzzeiten möchten weder er noch seine Frau das Fahren mit der Fähre missen. «Fähre fahren ist etwas ganz Spezielles.» Man bringe die Leute übers Wasser und komme mit ihnen ins Gespräch. «Viele Leute erzählen auch von ihren Problemen oder Krankheiten.» Solche Fahrgäste versuche man dann jeweils aufzumuntern.

Auch die Stimmung am Rhein, das Wetter und die Strömung seien immer wieder anders. Zur Routine ist deshalb das Fähre fahren für beide nicht geworden. Für die Zukunft wünscht sich der 72jährige Hans Zürcher, dass sich ein Nachfolger finden lässt, der die Fähre im gewohnten Betrieb weiterführt.

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