Die Linken haben ein Agglo-Problem

Die grossen Schweizer Städte stehen fast immer politisch links. Überschreitet man allerdings die Stadtgrenzen, sind die Verhätnisse oft schlagartig anders, auch wenn die Grenzen optisch kaum wahrnehmbar sind. Dies zeigt sich zum Beispiel in den SVP-Hochburgen Wallisellen und Regensdorf.

Wallisellen liegt nur 3 S-Bahn-Minuten von der rot-grün dominierten Stadt Zürich entfernt. In der 15'000-Seelen-Gemeinde erreicht die SVP einen Wähleranteil von 36 Prozent, mehr als doppelt soviel wie die SP. Yves Hürlimann, 24-jähriger Kantonsratskandidat der SVP, hat eine einfache Erklärung dafür: «Leute, die eher progressiver eingestellt sind, ziehen viel eher in die Stadt. Wer konservativer denkt, zieht in die Agglomeration.»

«Anderes Weltbild auf dem Land»

Das Bild in Regensdorf ist ähnlich: Fast die Hälfte der 17'000 Einwohnerinnen und Einwohner wählte vor vier Jahren SVP - die SP nicht mal jeder fünfte. Daniel Frei, Präsident der SP Kanton Zürich, kennt das Agglo-Problem seiner Partei: «Die politische Tradition in diesen Gemeinden wird von einigen ganz wenigen einheimischen Personen bestimmt, die ein etwas anderes Weltbild haben als Leute in den grossen Städten.»

Die Agglo-Strategie der SP

Die SP will in der Agglomeration Fuss fassen, indem sie vermehrt spezifische Probleme dieser Gebiete anspricht: Verkehr, Migration, Ausländer. So wollen die Sozialdemokraten dort wachsen, wo die Schweiz am meisten wächst.

Die Wahlen am 12. April sind ein erster Test, ob diese Strategie für die SP aufgeht. Allerdings braucht die SVP keine Angst zu haben, dass sie ihre Übermacht in der Agglomeration einbüsst.

(vinc;bruc; Echo der Zeit, 18:00 Uhr)

Zürcher Wahlen 12.4.