Die Polizei, dein Freund und Radarwarner

Davon wagten Autofahrer bisher nicht einmal zu träumen. Niemand anders als die Polizei warnt sie künftig vor Radarkontrollen. Mindestens im Kanton Schaffhausen ist das Realität. Die Zürcher Polizei will davon nichts wissen.

Der Radarkasten Klaus - hier im Dorfeingang von Wilchingen.

Bildlegende: Der Schaffhauser Radarkasten Klaus ermittelt nicht mehr in geheimer Mission. zvg

Der eine heisst Klaus, der andere Lars und beide sind Gold wert. Klaus und Lars sind die beiden Radargeräte der Schaffhauser Polizei. Pro Jahr verdienen beide etwa je eine Million Franken. Viele Autofahrer protestieren, die Polizei betreibe Abzockerei.

«Stimmt nicht», kontert Polizeikommandant Kurt Blöchlinger. Es handle sich um Unfallprävention. Allerdings: «Prävention kann man nicht verdeckt machen», so Blöchlinger weiter.

Deshalb macht die Schaffhauser Polizei nun einen ungewöhnlichen Schritt. «Wir werden transparent aufzeigen, wo unsere beiden Anlagen stehen», kündigt Blöchlinger gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» an.

Ab sofort kann also jeder Autofahrer, jede Autofahrerin auf der Homepage und einer App der Schaffhauser Polizei nachsehen, wo Klaus und Lars im Einsatz sind.

Im Kanton Zürich kein Thema

Die Schaffhauser Polizei ist neben der des Kantons St. Gallen die einzige, welche die Standorte ihrer Radarfallen bekannt gibt. Die Zürcher Kantonspolizei werde bestimmt nicht nachziehen, wie eine Sprecherin auf Anfrage erklärt. Die Offenlegung der Schaffhauser Polizei wollte sie nicht kommentieren.

Volle Transparenz über Geschwindigkeitskontrollen gibt es trotzdem auch im Kanton Schaffhausen nicht. Wo die Polizei nämlich ihre mobilen Radarkontrollen durchführt, das bleibt weiterhin geheim.