Die (reformierte) Kirche bleibt im Dorf

Im Kanton Zürich gibt es doch keine regionalen Seelsorge-Zentren. Reformierten Pfarrerinnen und Pfarrern hatten diese Zentren vorgeschlagen, die Pfarr-Konferenz war aber am Freitag dagegen: Seelsorge müsse in den Gemeinden stattfinden.

Blick auf die reformierte Kirche in Benken.

Bildlegende: Soll auch weiterhin Ort der Seelsorge sein: Die Kirche in der Gemeinde (hier in Benken ZH). Keystone

Die klassische kirchliche Seelsorge beim Pfarrer in der Dorfkirche - sie entspreche nicht mehr der heutigen Zeit, waren verschiedene reformierte Pfarreien im Kanton Zürich der Meinung. Sie hatten deshalb vorgeschlagen, es müssten regionale Seelsorge-Zentren eingerichtet werden. Diese würden besser zu den heutigen Bedürfnissen der Gesellschaft passen und könnten den Kontakt zu kirchlichen Angeboten erleichtern.

Vielen gut 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der reformierten Pfarr-Konferenz in Horgen ging dieser Vorschlag aber zu weit. Sie fürchteten, dadurch würde die Seelsorge in der Gemeinde abgewertet. Die Nähe der Pfarrerinnen und Pfarrer zu den Gemeindemitgliedern könnte verloren gehen. Die Konferenz lehnte den Reformvorschlag deshalb deutlich ab. Auch die Idee für regionale Gottesdienste mit gemeinsamem Abendmahl fand keinen Anklang.

«Dialog war positiv»

Der Reformwillen bei den Reformierten war also doch nicht so gross. Trotzdem ist Kirchenratspräsident Michel Müller zufrieden: «Schon die Diskussion dieser Ideen hat etwas gebracht. Die Pfarrerinnen und Pfarrer schauten nicht nur für sich selber, sondern kamen ins Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen.»