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Zürich Schaffhausen «Die Schweizer haben sich selbst ins Knie geschossen»

Viele Deutsche in Zürich sind enttäuscht über das «JA» zur Masseneinwanderungs-Initiative der SVP. Die Deutschen machen die grösste Ausländergruppe in der Stadt aus. Deutsche Fachkräfte sind hier vor allem im Gesundheitsbereich nicht wegzudenken.

Legende: Video Deutsche Enttäuschung in Zürich abspielen. Laufzeit 04:53 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 14.02.2014.

Der Verein für Deutsche in der Schweiz trifft sich normalerweise, um praktische Tipps für Zuwanderer zu geben. Gestern Abend jedoch bewegte vor allem die Abstimmung vom letzten Sonntag. Man traf sich in einer Zürcher Pizzeria. Viele gut integrierte Deutsche sind irritiert. «Das Gefühl des Willkommenseins hat gelitten», sagt zum Beispiel ein Deutscher Arzt. Eine Controllerin aus Winterthur zeigt sich enttäuscht: «Ich fasse das als ein Votum generell gegen Ausländer in der Schweiz auf». Zudem befürchtet sie, dass die EU die Bilateralen Verträge kündet, was wiederum die Marktöffnung rückgängig macht. Ein Verlust von Fachkräften in der Schweiz sei absehbar: «Die Schweizer haben sich mit diesem Entscheid selbst in das Knie geschossen».

«Wir müssten Abteilungen schliessen»

Besonders betroffen von Kontingenten wäre der Pflegebereich. Im Zürcher Universitätsspital (USZ) stellen Deutsche einen Grossteil der Beschäftigten. Pflegefachfrau Daniela Pfeifer-Stör hat im letzten Herbst eine Abteilung eröffnet: «Ich habe 80% Deutsche rekrutiert. Ohne sie würde es nicht gehen, angesichts des Mangels an Fachkräften». Tina Plötz, Leiterin Pflege im USZ sagt «Wir könnten ohne EU-Bürger nicht überleben und müssten Einheiten schliessen». Plötz erwartet nun von der Politik Massnahmen, damit weiterhin ausländische Fachkräfte rekrutiert werden können, damit der Wirtschaftsstandort Schweiz eine Chance habe.

Gegen unkontrollierte Einwanderung

Einzelne Deutsche in Zürich zeigen Verständnis für das JA des Schweizer Stimmvolks. «Die Schweizer will eine Grenze ziehen zu denen, die sich auf Kosten des Staates ausruhen und denken, die Schweiz sei das Schlaraffenland», sagt der Deutsche Innenarchitekt André Kolditz. Matthias Estermann, Versicherungskaufmann und Präsident des Vereins für Deutsche in der Schweiz, ist mit einer Schweizerin verheiratet. Er steht hinter dem Volksentscheid, weil er die unkontrollierte Zuwanderung aus dem EU-Raum stoppe.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Es ist doch klar, dass eine Deutsche Pflegeleiterin Landsleute einstellt. Meine Tochter ist begeisterte Krankenschwester. In einer Klinik hatte sie einen Deutschen Stationsleiter. Bei einem Problem, das sie mit ihm besprechen wollte, erklärte er: Bei mir wird nicht diskutiert! Sie sagte ihm dann, was sie von ihm hält und er kündigte ihr. Ist es erstaunlich, dass bei diesen Tönen immer weniger SchweizerInnen im Pflegeberuf arbeiten wollen?
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  • Kommentar von Schmutz Patrick, Tentlingen
    Hoffe es wird eine Bumerang für die SVP, und die SVP Wähler laufen Ihnen scharenweise zu BDP davon !
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  • Kommentar von M.Meier, Lenzburg
    @Kontrollerin aus Winterthur «Die Schweizer haben sich mit diesem Entscheid selbst in das Knie geschossen». Lieber schiesse ich mich ins Knie, als dass das mein ganzer Körper verblutet!
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