Die SP springt über ihren Schatten

In der Stadt Schaffhausen wollen die Sozialdemokraten nicht um einen zweiten Sitz kämpfen. Sie unterstützen bei den Wahlen die Kandidatin der Grünliberalen. Mit dieser Strategie erhöhe sich die Chance, die bürgerliche Mehrheit im Stadtrat zu sprengen, so die SP.

Die Kandidatin der Grünliberalen in der Stadt Schaffhausen: Katrin Bernath.

Bildlegende: GLP-Kandidatin Katrin Bernath weiss bei den Schaffhauser Stadtratswahlen auch die SP im Rücken. Keystone

Vor vier Jahren hat die SP ihren zweiten Sitz im Schaffhauser Stadtrat verloren. Die Chancen, diesen im kommenden Sommer zurückzuerobern, wären intakt gewesen. Denn mit FDP-Stadtrat Urs Hunziker tritt einer der Bisherigen nicht mehr an.

Seinen Sitz greift die SP nun aber nicht direkt an, sondern sie unterstützt die Grünliberalen. Der SP sei dieser Entscheid nicht leicht gefallen, gibt Parteipräsidentin Monika Lacher zu. «Am Schluss aber war der Wunsch nach einer ausgewogenen Zusammensetzung im Stadtrat grösser.»

Bernath als ehemalige Grüne gut wählbar

Um dies zu erreichen, sei es besser, die Kandidatin der Mitte, Katrin Bernath (GLP) zu unterstützen, als einen Konkurrenten oder eine Konkurrentin ins Rennen zu schicken. Zudem sei Bernath als ehemalige Grüne sehr gut wählbar.

Das Verhältnis zwischen SP und GLP war jedoch nicht immer so freundschaftlich. Bei den Wahlen im Herbst vor zwei Jahren kam es sogar zum Zerwürfnis. Der Streit verhalf der SVP zu einem Stadtratssitz und führte zur bürgerlichen Mehrheit. «Wir haben das inzwischen gemeinsam ausdiskutiert und fangen nun nochmals von vorne an», so SP-Präsidentin Lacher.

Die Grünliberalen ihrerseits unterstützen bei den Wahlen den bisherigen SP-Stadtpräsidenten Peter Neukomm.