Die Sprache der Mode in Winterthur

Zeig mir, was du trägst, und ich sage Dir, wer Du bist. Mit der Auswahl unserer Garderobe geben wir - ob bewusst oder unbewusst - auch eine Botschaft weiter. Das Gewerbemuseum Winterthur geht diesem Thema genauer auf den Grund.

Figurinen mit ausgefallener Kleidung in einem goldenen Käfig.

Bildlegende: Ausgefallene Kleidung in der Ausstellung «Fashion Talks». zvg

Fotos, Filme und jede Menge Kleider. Beim Gang durch das Gewerbemuseum Winterthur wird schnell klar, dass hier keine simple Ausstellung über Mode zu sehen ist. Vielmehr wird das Zusammenspiel von Ökonomie, Gesellschaft und Mode gezeigt und darauf aufmerksam gemacht, dass Trends nicht einfach vom Himmel fallen, sondern strategisch geplant und vom Konsumenten mitgesteuert sind.

Die Schattenseiten der Bluejeans

Ein gutes Beispiel dafür sind die Bluejeans, die in den 80er Jahren alltagstauglich wurden, und seither immer auf der Modehitliste stehen. Den Jeans ist in der Ausstellung ein grosser eigener Raum gewidmet. Und abgebildet seien auch die Schattenseiten des Erfolgs, erklärt Kuratorin Bitten Stetter: «Bis eine Jeans in die Läden kommt, hat sie während der Produktion 8000 Liter Wasser verbraucht. Das ist schon eine ordentliche Menge – und da reden wir noch nicht davon, wo und wie die Hose hergestellt wurde oder wieviel CO2 sie auf dem Weg in den Kleiderschrank ausgestossen hat.»

Bei aller Kritik ist die Ausstellung aber ein Vergnügen. Man kann sich über Uniformen wundern und über die Entwicklung des Schottenmusters amüsieren. Man sieht, wie grosse Firmen Trends von der Strasse aufnehmen und vermarkten oder wie Jugendliche mit Mode umgehen. Und mit Sicherheit ist der Blick auf die Kleidung unserer Mitmenschen nach dem Ausstellungsbesuch etwas kritischer.