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Zürich Schaffhausen «Die Stimmung den Flüchtlingen gegenüber hat sich geändert»

Thomas Kunz, der Direktor der Asylorganisation Zürich, hat in den letzten Wochen so viele Hilfsangebote von Privatpersonen erhalten wie seit Jahren nicht mehr. Um für mögliche Gastfamilien die «richtigen» Flüchtlinge zu finden, stellt die AOZ extra ein neues Projekt auf die Beine.

Legende: Audio Interview mit Thomas Kunz, Direktor Asylorganisation Zürich (6.9.2015) abspielen.
16 min

«Die Bilder von Flüchtlingen wühlen mich genauso auf wie wohl fast alle Menschen», sagt Thomas Kunz als «Regionaljournal» Wochengast. Der Direktor der Asylorganisation Zürich (AOZ) stellt fest, dass die Stimmung in der Bevölkerung den Flüchtlingen gegenüber gedreht hat. In den letzten Wochen habe er so viele Mails und Telefonanrufe mit Hilfsangeboten erhalten, wie seit Jahren nicht mehr. Im Moment seien es sogar zu viele aufs Mal, so dass die bis zu 100 Anfragen und Angebote schlicht nicht zu verarbeiten seien.

Den «richtigen» Flüchtling für die Gastfamilie finden

Die Asylorganisation Zürich baut nun ein Projekt auf, um private Angebote für Unterkünfte zu koordinieren. «Da muss man genauer hinschauen, dafür sorgen, dass die richtigen Flüchtlinge zu den richtigen Gastfamilien kommen, sonst sind Misserfolge und Enttäuschungen vorprogrammiert», sagt Thomas Kunz.

«Die Zahlen vom Bund sind realistisch»

Bis jetzt sei die Schweiz von den markant steigenden Flüchtlingszahlen weitgehend verschont worden, stellt Thomas Kunz fest. Die Zahlen des Bundes, der bis Ende Jahr mit rund 30'000 Asylgesuchen rechnet, schätzt er als realistisch ein. Die Balkankriege Ende der 1990er Jahre hätten gezeigt, dass die Schweiz auch jährlich 45'000 Flüchtlinge aufnehmen könne. Allerdings hätten damals bereits viele Menschen in der Schweiz gelebt, die Landsleute bei sich aufgenommen haben. Im Fall von syrischen Flüchtlingen sei dies nicht der Fall.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

3 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Rosenberg (Amadeus)
    SRF: Bitte nennt doch konkrete Zahlen. Solche Aussagen wie: Stimmung hat sich geändert, Alle wollen helfen usw. sind in meinen Augen sehr populistisch und verfälschen die Realität. Ist es die halbe Schweiz, die plötzlich helfen möchte oder jetzt pro Flüchtling eingestellt sind, oder sind es ein paar tausend. Für mich wäre auch wichtig, was für flankierende Massnahmen angedenkt sind, damit nicht z.B. junge Flüchtlinge Jahre oder länger von der Fürsorge leben.
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  • Kommentar von Peter Maurer (MassderDinge)
    Super, ein tolles Einzelbeispiel! Es geht aber um die Massen, die so immer mehr gelockt werden und die wollen wir hier nicht! Da könnt ihr noch so tolle Fotos machen. Aus 1 werden 100 und daraus 10'000ende.... mit allen unermesslich riesigen Nachteilen für die CH! Deshalb muss die Botschaft sein, auch im Kleinen nichts zu ermöglichen. Leider! Ich würde ein paar wenigen, wirklich unschuldig verfolgten auch lieber helfen! CH auf 8 Mio. brauchbare Einwohner gesund schrumpfen muss unser Ziel sein.
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    1. Antwort von Willy Gruen (wgruen)
      "Wir" wollen die hier nicht! Wer ist "Wir"? Sprechen Sie für die gesamte Schweiz? Auf welcher Grundlage? Und welches sind die "unermesslich riesigen Nachteile für die CH"?? Seit wann ist es ein Nachteil, seinen Mitmenschen zu helfen? Ihre Botschaft ist "auch im Kleinen nichts zu ermöglichen". Ist das Ihr Schrei nach Liebe?
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