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Zürich Schaffhausen Die Uni Zürich hat Christoph Mörgeli «unrechtmässig» entlassen

Erfolg für Christoph Mörgeli. Das Zürcher Verwaltungsgericht spricht dem ehemaligen SVP-Nationalrat eine Entschädigung von fünf Monatslöhnen und eine Abfindung von zwölf Monatslöhnen zu. Die Universität Zürich muss Christoph Mörgeli allerdings nicht wieder anstellen.

Legende: Video Uni Zürich hat Christoph Mörgeli unrechtmässig entlassen abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 15.12.2015.

Die Universität Zürich hat Christoph Mörgeli, damals Titularprofessor und Leiter des medizinhistorischen Museums, im September 2012 «unrechtmässig entlassen». Zu diesem Schluss kommt das Zürcher Verwaltungsgericht in seinem am Dienstag veröffentlichten Urteil.

Die Universität Zürich muss Christoph Mörgeli daher eine Entschädigung von fünf Monatslöhnen und eine Abfindung von zwölf Monatslöhnen bezahlen. Dies entspricht rund 150'000 Franken. Diese Entschädigung decke den Verlust aber «nie im Leben», sagt Christoph Mörgelis Anwalt Manfred Küng: «Wir sind nicht zufrieden. Allein der Schaden, den Christoph Mörgeli in seiner Pensionskasse hat, ist grösser als diese Entschädigung.»

Uni Zürich hat viele Fehler gemacht

Im Kündigungsverfahren habe die Universität Zürich mehrere Fehler begangen, schreibt das Verwaltungsgericht in seinem Urteil. So sei die Kündigung vom nicht dafür zuständigen Rektor ausgesprochen worden, zudem sei Christoph Mörgeli das rechtliche Gehör zu spät und bloss pro forma gewährt worden. Und die Universität Zürich habe es verpasst, Christoph Mörgeli im Umgang mit der öffentlichen Kritik zu unterstützen.

Vielmehr sei ihm von seinem Vorgesetzten mehrfach das Gespräch verweigert worden. Berücksichtige man die Umstände, seien Mörgelis öffentliche Äusserungen weitgehend vertretbar und kein Grund für eine Kündigung.

Keine Rückkehr an die Uni

Das Gericht erachtet die Universität als «wesentlich mitverantwortlich» für den Vertrauensverlust zwischen Mörgeli und seinem Arbeitgeber. Dass der Medizinhistoriker nun aber an die Uni zurückkehren kann, schliesst das Gericht aus. Mörgeli hat trotz dieses Urteils «keinen Anspruch auf Wiederherstellung des Arbeitsverhältnisses.»

Bei der Universität Zürich nimmt man das Urteil zur Kenntnis. «Wir bedauern diese Fehler, die da gemacht wurden», sagt Sprecher Beat Müller. Man werde das Urteil nun analysieren und einen allfälligen Weiterzug prüfen.

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62 Kommentare

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  • Kommentar von Cédric Schmid (Grüne Partei)
    Herr Bächler. Sie meinten von Rechtspopulisten sei ihre Wohnung zertrümmert worden. Das tut mir sehr leid. Darf ich fragen warum sie wussten, dass es Rechtspopulisten waren? Wäre ja nur möglich, wenn sie gefasst wurden und meinten sie seien Rechte. Auf jeden Fall ist das so ein gravierender Fall der entweder in den Medien kam und/oder zum Verfahren führte. Gibt es da einen Link? Wenn nun schon ledigliche Forumsschreibre so angegriffen werden von Rechtspopulisten ist das ein öffentlicher Fall
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Ihnen, Herr Schmid, nachzudoppeln, ist einmal mehr unmöglich! Dieser Winterthurer Dauerverunglimpfer gegen die wählerstärkste Partei und deren politischen "Schwergewichte" zu kritisieren ist einfach unmöglich: Meine Analyse seiner ewigen ideologisch völlig einseitiger Schulmeistereien und Beschuldigungen lösen Gegenreaktionen aus! Er behauptet sofort: von "rechts"! Ich frage mich, warum der Dauerhetzer gegen die SVP, keine Telefonnr.-Eintragung hat! Wie man in den Wald ruft, tönt's halt zurück!
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    2. Antwort von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
      Herr Bolliger, haben Sie mal versucht, eine Telefonnummer von den Superpatrioten zu ermitteln? Zum Beispiel von demjenigen, zu dem Sie hier ihren Kommentar geschrieben haben? Und an die Adresse des letzt genannten: Ihre Logik in Ehren - aber die Direkte-Demokratie ist nicht in Gefahr und mit solchen Argumenten hausieren alle Diktaturen. Strassburg ist ein Individualrechtsschutz vor Willkür der Allgemeinheit.
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    3. Antwort von Cédric Schmid (Grüne Partei)
      Genau richtig, Herr Bolliger. Es ist natürlich bedauerlich, dass es nicht möglich ist für den guten Herr. Wussten Sie eigentlich was gewisse am linken Rand meiner Grünen Partei vom Volk halten? Nicht viel! Dabei kann und ist das Volk sehr weise. Lustigerweise sind Richter ja auch ein Teil des Volks. Und genau so sehr oder genau so wenig manipulierbar u.a. von politischen, medialen Einflüssen. Das beste MIttel ist immer die direkte Demokratie. Schade gibt es Leute am Linken Rand die anders denken
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    4. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      C. Schmid: Noch etwas zu ihrer Darstellung. Woher sie auch immer den Satz «Wohnung zertrümmert» her haben? Ich jedenfalls habe dies nicht so dargestellt. Ihre Interpretation der Sachlage zeigt mir aber schön, dass viele hier geneigt sind, Tatsachen zu verändern & möglichst dramatisch darzustellen... wie bei unserem Asylchaos! Dinge zu zelebrieren, die so nicht stattfanden! Typische Parteidoktrin der S..! ;-) Danke für den Einblick, den sie mir gewährt haben! Er ist sehr vielsagend!
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  • Kommentar von Cédric Schmid (Grüne Partei)
    Auch wenn mir Herr Mörgeli Politisch nicht nahe steht. Was hier gegen ihn betrieben wurde, würde man bei allen anderen Arbeitern als "Mobbing" bezeichnen. Selbst die Medien spielten hier mit. Herr Mörgeli fand kein rechtliches Gehör, respektive viel zu spät. Herr Condrau hat offensichtlich Politisch motiviert gehandelt. Alle anderen seiner Bewertungen waren sehr Positiv welche Herr Mörgeli erhielt. Dank Herr Kunz wissen wir gar, dass Herr Mörgeli unsere Rechte wichtiger ist als seine (EGMR)
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    1. Antwort von Cédric Schmid (Grüne Partei)
      Herr Kunz. 1. Aufs Persönliche gehe ich nicht ein. Es wird aber nicht uninteressiert zur Kenntnis genommen. 2. Sagten Sie oder sagten Sie nicht, dass Herr Mörgeli an die EGMR gelangen möchte, aber das dann nicht mehr kann, wenn die SVP mit der Initiative Erfolg hätte? Ja sagten Sie. Hier schon wieder. Also muss man dieser SVP leider attestieren, dass sie das Wohl der CH und des Volkes, den Erhalt der direkten Demokratie über die eigenen Interessen stellt.
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  • Kommentar von adren bächler (adren92)
    Also Herrn Mörgeli als ausgezeichnete Fachkraft darzustellen, welche durch die bösen Linken rausgemobbt wurde, find ich klasse. Da lachen ja die Hühner. Ich glaube dieser Zug ist abgefahren. Aber verstehen kann ich Herrn Mörgelli schon. Ich glaube jeder von uns würde seine Arbeitsstelle verteidigen, vorallem wenn sein Job darin liegt, ein kleines Heimatmuseum zu Betreuen, zwischendurch einen Gastdozenten zu organisieren und dafür jährlich 1oo ooo franken zu verdienen. Wer wünscht sich das nicht?
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