Die Zürcher Feuerwehr im Dichtestress

Grössere und höhere Häuser, die enger zusammen stehen, stellen die Feuerwehrleute in Zürich vor immer grössere Probleme. Vor allem Brände in Tiefgaragen und immer engere Zufahrten machen ihnen zu schaffen. Eine spezielle Übungsanlage in Andelfingen hilft beim Training und hat sich bewährt.

Feuerwehrmänner, Schläuche, Rauch aus einer Tiefgarage

Bildlegende: Wenn das Auto in der Tiefgarage brennt: verdichtetes Bauen stellt Feuerwehrleute vor immer mehr Probleme. Keystone

Tiefgaragen sind heute einiges grösser als vor 20 Jahren, oftmals sind sie verwinkelt und schwer zugänglich. Ein Löscheinsatz in einer brennenden Tiefgarage sei deshalb viel gefährlicher geworden, sagt Kurt Steiner im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Der Leiter der Zürcher Feuerwehr erzählt: «Wenn ein Auto brennt, dann sieht man in diesen Garagen wegen des Rauchs gar nichts mehr. Die Feuerwehr muss sich sehr gut orientieren können, um den Brand schnell zu löschen.»

In Andelfingen im Zürcher Weinland steht eine schweizweit einzigartige Übungsanlage, die verrauchte Räume mit grossen Flächen simulieren kann. Die Investition von sieben Millionen Franken habe sich gelohnt, sagt Kurt Steiner: «Diese Übungssituationen haben im Ernstfall sehr geholfen.» Durchschnittlich einmal pro Woche rückt die Zürcher Feuerwehr aus, um ein brennendes Auto in einer Tiefgarage zu löschen.

Ob 50 oder 150 Meter-Hochhaus spielt keine Rolle

Auch das verdichtete Bauen in die Höhe stellt die Feuerwehr vor Herausforderungen. Dass in Hochhäusern über 25 Meter Brandmelder, Sprinkleranlagen und rauchdichte Rettungswege vorgeschrieben sind, ist für die Arbeit der Feuerwehr zentral. «Da spielt es dann keine Rolle mehr, ob das Haus 50 oder 100 oder 150 Meter hoch ist, das Gefahrenpotential ist nicht mehr wesentlich höher», sagt Kurt Steiner. Auch ein Feuer im obersten Stock des Prime Towers wäre also ein beinahe normaler Löscheinsatz.

Dass es vor dem Prime Tower genügend Platz für Löschfahrzeuge hat, ist dagegen nicht mehr selbstverständlich. Die immer enger gebauten Strassen und Zufahrten verlangen den Feuerwehrleuten einiges ab. Einfach längere Schläuche einsetzen ist keine Lösung, irgendwann reiche der Druck im Schlauch nicht mehr um die vielen Ecken. Die Feuerwehr ist darum darauf angewiesen, das Bauherren die Regeln im Zusammenhang mit Feuerbekämpfung genau befolgen.