Dignitas im Fokus der Zürcher Staatsanwaltschaft

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat in der letzten Woche Hausdurchsuchungen bei Dignitas durchgeführt. Bereits Anfang Jahr hat sie ein Verfahren eingeleitet. Der Vorwurf: Dignitas soll sich bei der Sterbehilfe bereichert haben. Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli weist die Vorwürfe zurück.

Konkret geht es bei der Untersuchung der Zürcher Staatsanwaltschaft um den Fall eines Doppelselbstmordes von Mutter und Tochter aus Deutschland. Kurz vor ihrem Tod hatte die Tochter einen Mitgliederbeitrag in der Höhe von 21'000 Franken an Dignitas überwiesen.

Die Untersuchung soll die Frage klären, ob sich Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli in diesem Fall an der Sterbehilfe bereichert hat. «Nein», sagt Minelli auf die entsprechende Frage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Ich habe mich noch nie bereichert.» Er habe nichts zu befürchten und bei der Hausdurchsuchung mitgeholfen.

So kooperativ zeigte sich Ludwig A. Minelli aber nicht immer. Bereits vor drei Jahren hatte die Staatsanwaltschaft die beiden Suizide von Mutter und Tochter untersucht - ein Vorgang, der bei Selbstmorden üblich ist. Damals wollte Minelli den Zahlungsbeleg der beiden Frauen nicht an die Staatsanwaltschaft herausgeben. Minelli ging deswegen bis vor Bundesgericht und verlor: Die Richter in Lausanne erachteten den Tatverdacht als genügend gross, um eine genauere Untersuchung zu führen.