Dirigent eines Orchesters voller Solisten

Michael Hengartner, neuer Rektor der Universität Zürich, hat am Montag seinen neuen Posten angetreten. Der Wurmforscher will die Universität noch viel mehr repräsentieren und einen Dialog mit der Öffentlichkeit führen.

Die Affäre um SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, die Kritik am 100 Millionen Franken-Sponsoring der UBS und der verfrühte Abgang des Rektors Andreas Fischer haben in den letzten Monaten für unruhige Zeiten an der Universität Zürich gesorgt. Deshalb hat der neue Rektor Michael Hengartner sein Amt schon ein halbes Jahr früher angetreten. Am Montag hatte er seinen ersten Arbeitstag.

In den Dialog treten

«Ich möchte die Universität noch stärker gegen aussen repräsentieren», erklärte Hengartner gegenüber Radio SRF. «Im Dialog mit der Gesellschaft, der Politik und den Medien könnten wir noch einen Zacken zulegen.»

Innerhalb der Universität sei sein Posten eine Herausforderung, weil alle Professorinnen und Professoren Individualisten seien: «Das ist, wie wenn Sie ein Orchester voller Solisten dirigieren. Da müssen Sie genau den Takt angeben, sonst haben Sie schnell eine Kakophonie.»

Er will höchstens 12 Jahre bleiben

Schon jetzt beim Amtsantritt hat sich Michael Hengartner Gedanken gemacht, wie lange er Uni-Rektor bleiben will: «Ich möchte es entweder acht oder zwölf Jahre machen.» Der Grund liege für ihn auf der Hand: «Nach zehn Jahren haben Sie ihre Ideen entweder verwirklicht oder gemerkt, dass sie nicht umsetzbar sind. Dann ist es wichtig, dass jemand mit neuen Ideen kommt.»