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Zürich Schaffhausen Doris bi de Lüüt: Bundesrätin Leuthard auf Endlager-Mission

Bundesrätin Doris Leuthard wagte sich am Mittwochabend in die Höhle des Löwen. Sie war zu Besuch in Marthalen im Zürcher Weinland, einer der möglichen Standorte für ein Atom-Endlager. Empfangen wurde sie mit Traktoren und Transparenten, danach versuchte sie zu erklären – mit mässigem Erfolg.

Ein Mann und eine Frau sitzen in einer Turnhalle.
Legende: «Kein Politiker möchte über dieses Thema sprechen, aber man muss.» Doris Leuthard und Markus Kägi in Marthalen. Keystone

Das ganze Dorf ist auf den Beinen an diesem Mittwochabend. Beziehungsweise auf den Rädern. Sämtliche Traktoren aus Marthalen stehen vor der Mehrzweckhalle, bestückt mit Transparenten. «Wir sind nicht der nationale Abfallkübel», steht darauf. Oder «Kulturland schützen statt Atomlobby stützen».

400 Leute sind gekommen, um der Bundesrätin zuzuhören - und ihr die Meinung zu sagen.

«Gauben Sie mir, kein Regierungsrat, kein Bundesrat spricht gerne zu diesem Thema», sagte Doris Leuthard zur Begrüssung. «Doch wir müssen darüber sprechen.» Darüber sprechen, weshalb der Bund das Zürcher Weinland als eine von zwei Regionen sieht, die sich für ein Atommüll-Endlager eignen.

Doris Leuthard erklärte also den Zeitplan des Bundes, betonte, dass noch nichts entschieden sei. Und forderte die Bevölkerung auf, sich der Diskussion nicht zu verweigern.

Behalten Sie ihre kritische Haltung, aber hören Sie weiterhin zu und diskutieren Sie mit!
Autor: Doris LeuthardBundesrätin

Die Rede der Bundesrätin stiess teilweise auf offene Ohren. Viele neue Informationen habe er erhalten, meinte ein Marthaler. Und ein anderer gestand ihr zu: «Sie hat sehr verständlich argumentiert.»

Viele andere waren jedoch kritisch: «Es bleiben viele offene Fragen.» Gerade in Sachen Sicherheit konnte Doris Leuthard die Marthalerinnen und Marthaler nicht restlos überzeugen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Bosco Büeler (Bosco J. Büeler)
    Ja, hoffentlich kann man später mal die "Abfälle" nutzen! Von der Primärenergie mit ca. 125'000 kWh pro kg Uran (Öl ca. 12 kWh/kg) bis zur Nutzenergie bei uns zu Hause ein Wirkungsgrad von ca. 3% (ja, drei Prozent) erreichen. Siehe auch unter: http://www.gesundes-haus.ch/grosskraftwerke-erneuerbare-energien.html KEIN Endlager mehr, sondern ein Tiefenlager aus dem man die Atommüllbehälter wieder zurück holen kann. Wer kann schon für tausende von Jahren garantieren... Bosco Büeler
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  • Kommentar von Werner Bechtel (Werner Bechtel)
    Warum Atommüll (alte Brennstäbe ins Tiefenlager? Dies ist Energie von Morgen. Die jetzigen Brennstäbe reichen um die ganze Erde 72 Jahre lang fast Co2 frei mit Energie zu versorgen. 95% der Energie ist im Atommüll noch vorhanden. IPCC, IAEA empfehlen Kernenergie für das Klima.
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