«Dort, wo die Clubszene ist, haben wir ein Kriminalitätsproblem»

Der Kanton Zürich ist 2014 sicherer geworden. Es wurden so wenige Verbrechen verübt wie seit 35 Jahren nicht mehr. Die Kripo-Chefin Christiane Lentjes sieht dennoch Problemherde: Im Ausgang und im Bereich häusliche Gewalt. Hier soll eine Studie zeigen, warum oft keine Anzeige erstattet wird.

Die Zürcher Kripo-Chefin freut sich vor allem darüber, dass die Einbrüche im letzten Jahr massiv zurückgegangen sind: «Das ist für die Bevölkerung sehr wichtig», sagt Christiane Lentjes als «Regionaljournal»-Wochengast. Auch wenn das allgemeine Sicherheitsempfinden eher abnimmt, ist sie sicher: «Insgesamt kann sich die Bevölkerung in ihrem Wohnumfeld sicher fühlen.»

Als Problemherd sieht Christiane Lentjes die Ausgangsszene. Dass sich die Menschen dort nicht wohlfühlen, kann sie verstehen: «Dort, wo die Clubszene ist, haben wir ein Kriminalitätsproblem – egal ob in der Stadt oder auf dem Land.»

Problem häusliche Gewalt

Viel zu tun gibt es für die Polizei aus bei der häuslichen Gewalt. Hier zeigt sich ein etwas spezielles Bild. Die Polizei musste 2014 zwar deutlich mehr ausrücken, dennoch gab es weniger Anzeigen. Christiane Lentjes betont: «Wir betreiben einen sehr, sehr grossen Präventionsaufwand – gerade im Bereich der häuslichen Gewalt.» Die Polizei möchte vermehrt Gewalttaten verhindern können statt im Nachhinein auf bereits geschehene Delikte zu reagieren. Dies funktioniere je länger desto besser.

Die Fälle von häuslicher Gewalt seien allerdings so zahlreich und unterschiedlich, dass die Kantonspolizei Zürich eine Studie in Auftrag gegeben habe. Diese soll untersuchen, warum viele Fälle von häuslicher Gewalt nicht zur Anzeige gebracht werden und welche Art von Behörden-Intervention in welchem Fall nützt.

(marn; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)