«Drei linke Sitze sind aussergewöhnlich»

Am 12. April wählt der Kanton Zürich ein neues Parlament und eine neue Regierung. Politgeograph Michael Hermann rechnet bei den Regierungsratswahlen nicht mit grossen Überraschungen. Allerdings: Schaue man in die Vergangenheit, dann sei die Ausgangslage für SP und Grüne nicht ideal.

Eigentlich sollte es keine grossen Überraschungen geben am Wahltag, vermutet Michael Hermann als «Regionaljournal»-Wochengast. «Alle bisherigen Regierungsräte haben sehr gute Chancen, dass sie wiedergewählt werden», so Hermann. Ausserdem denkt er, dass Jacqueline Fehr (SP) und Carmen Walker Späh (FDP) die beiden freien Sitze verteidigen können.

Ein Blick in die Vergangenheit zeige aber, dass SP (zwei Sitze) und Grüne (ein Sitz) in einer aussergewöhnlichen Situation seien: «Drei Sitze - sowas gab's im Kanton Zürich selten. Immer, wenn die Linken drei Sitze im Zürcher Regierungsrat hatten, schafften sie es bei den nächsten Wahlen nicht, diese zu verteidigen.» Es sei gut möglich, dass sich dies jetzt wiederhole.

Erfinder der «Smartspider»

Der 44-jährige Michael Hermann ist ein Schweizer Geograf und Politikwissenschaftler. Er ist Leiter der Forschungsstelle «Sotomo» und lehrt am Geographischen sowie am Politikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich. Hermann entwickelte die politischen Spinnenprofile, die zur Visualisierung politischer Einstellungen dienen. Bekanntheit erlangte er auch als Kommentator der eidgenössischen Politik in Zeitungen, Radio und Fernsehen. Zusätzlich zu seinen Parteianalysen verfasste er auch zahlreiche Studien, zum Beispiel zur Zuwanderung.

(kerf;bruc; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

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