Dübendorf dreht der SKOS den Rücken

Der Stadtrat von Dübendorf findet, die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe habe den Bezug zur Realität verloren. Er will damit einen Anstoss zu einer Grundsatzdiskussion geben.

Ein Anzugträger zeigt seinbe leeren Taschen

Bildlegende: Erwerbstätige sollen nicht weniger in den Taschen haben als Menschen, die von der Sozialhilfe leben. Colourbox

Die Kritik will der Stadtrat von Dübendorf nicht «nicht als Attacke auf die Sozialhilfe oder die SKOS» verstanden wissen, sondern sie «soll zum Anlass dienen, das System Sozialhilfe gründlich zu überdenken», schreibt die Sozialbehörde von Dübendorf in einer Mitteilung. Sie fordert, dass der Bund für die Sozialhilfe eine einheitliche Rechtsgrundlage schafft.

«  Wir stehen zur Sozialhilfe, aber wir wollen ein Zeichen setzen. »

Kurt Spillmann
Sozialvorstand Dübendorf

Dübendorf wirft der SKOS vor, sie habe «jegliche Realität zur heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation verloren». In Dübendorf findet man es stossend, dass es Menschen gibt, die arbeiten und trotzdem weniger zum Leben haben als solche, die von der Sozialhilfe leben. Trotzdem will sich Dübendorf weiter an die Richtlinien der SKOS halten.

Kantonsrat Zürich: Arbeit soll sich lohnen

Die Richtlinien der SKOS führten am Montag auch zu einer längeren Debatte im Zürcher Kantonsrat. Auch der Kantonsrat ist der Meinung, dass es ungerecht ist, wenn sich Sozialhilfe mehr lohnt als eine Erwerbstätigkeit. Der Rat war sich aber nicht einig darüber, wie diese Ungerechtigkeit zu bekämpfen sei. Sozialdirektor Mario Fehr versprach im Rahmen dieser Debatte, dass er Wege aufzeigen will, wie diese Ungerechtigkeit gemildert werden kann.