Dumpinglöhne? Unia blockiert Zürcher Grossbaustelle

Schon zum vierten Mal in kurzer Zeit sorgt die Gewerkschaft Unia dafür, dass auf einer Zürcher Grossbaustelle nicht gearbeitet wird. Betroffen ist ein Teil der Baustelle des Hardturmparks in Zürich West. Dort würden Gebäudetechniker für Dumpinglöhne arbeiten, begründet die Unia die Aktion.

Ein Transparent mit der Aufschrift "Lohndumping geht uns alle an!" und Unia-Fahnen am Zaun der betroffenen Baustelle

Bildlegende: Kampfzone Zürich West: Die Unia bockiert eine Baustelle wegen angeblichen Dumpinglöhnen. zvg

Die Vorwürfe der Unia sind happig. Gebäudetechniker, die seit letzten Herbst auf der Baustelle Hardturmpark an der Förrlibuckstrasse in Zürich arbeiten, würden nur gerade 10 Franken pro Stunde verdienen, schreibt die Unia in einer Mitteilung. Laut Gesamtarbeitsvertrag hätten sie Anspruch auf das Doppelte bis Dreifache. Das Lohndumping werde mit gefälschten Arbeitsverträgen verschleiert.

Die Unia habe die betroffenen Arbeiter deshalb aufgefordert, die Arbeit niederzulegen, bis die Vorwürfe geklärt sind. 30 bis 40 Gebäudetechiker seien dieser Aufforderung gefolgt, sagt Unia-Sprecher Lorenz Keller gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Investorin und Generalunternehmer am Pranger

In der Verantwortung sieht die Gewerkschaft die Helvetia-Versicherung als Investorin und den Generalunternehmer Porr Suisse AG. Sie fordert aber auch die Behörden zum Handeln auf. Dem für die Kontrolle zuständigen Amt für Wirtschaft und Arbeit wirft Keller vor, es nehme das Problem des Lohndumpings nicht ernst und spreche immer nur von Einzelfällen.

Die Helvetia-Versicherung will die Vorwürfe klären. Sollte es effektiv zu Lohndumping gekommen sein, werde man dafür sorgen, dass die Missstände sofort behoben würden, verspricht Mediensprecher Hans-Jürg Ryser: «Es ist für uns wichtig, dass die gesetzlichen und behördlichen Vorschriften auf den Baustellen eingehalten werden, auf denen wir als Investorin tätig sind.»

AWA hält sich bedeckt

Das Amt für Wirschaft und Arbeit des Kantons Zürich wollte sich zum aktuellen Fall nicht äussern. Tatsache ist aber, dass die Arbeits- und Anstellungsbedingungen auf solchen Baustellen alle zwei Wochen von Kontrolleuren des Kantons überprüft werden.