Ein Blick sagt mehr als tausend Drogentests

Die Zürcher Kantonspolizei wendet ein neues Verfahren an, um Autolenker zu überführen, die unter Drogeneinfluss stehen oder aus anderen Gründen nicht mehr fahrfähig sind: Die Polizisten schauen dabei den Automobilisten tief in die Augen.

Eine Polizeikontrolle am Abend.

Bildlegende: Bei ihren Kontrollen prüft die Polizei bei den Automobilisten künftig auch die Reaktion der Pupillen. Themenbild: Keystone

Fahren unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten, aber auch bei grosser Müdigkeit – das ist verboten. Um die fehlbaren Lenker zu überführen, setzte die Polizei bislang vor allem auf Schnelltests anhand von Blut- oder Speichelproben. Doch diese waren nur in etwa 10 Prozent der Fälle erfolgreich: «Wir entschieden uns deshalb für einen Methodenwechsel und setzen nun auf den Menschen», erklärt Frank Schwammberger, Chef Verkehrspolizei bei der Zürcher Kantonspolizei.

Das Licht bringt es an den Tag

Das neue Verfahren wurde in Deutschland entwickelt: Dabei spielt Beobachtung eine grosse Rolle. Verräterisch könnte zum Beispiel eine schleppende Aussprache sein. Genau betrachtet wird aber vor allem die Reaktion der Pupillen bei einer Veränderung der Lichtverhältnisse. Also wenn ein Polizeibeamter seinem Gegenüber mit einer Taschenlampe in die Augen leuchtet.

Dank des neuen Verfahrens, das seit dem 1. November angewandt wird, erkenne die Polizei mit hoher Zuverlässigkeit fahrunfähige Lenker, sagt Schwammberger.

Am Dienstag stellten Polizei, Staatsanwaltschaft und die Universität Zürich die neue Methode den Medien vor. Den klassischen Atemluft-Promille-Test, den wird es aber auch weiterhin geben. Denn diese Tests sind – anders als die Drogenschnelltests – zuverlässig.