Ein Leben für den Nagel

Es ist die letzte Fabrik der Schweiz, die noch Nägel herstellt, die «Nagli» in Winterthur. Und im Schaubetrieb sind sogar noch 120-jährige Maschinen in Betrieb. Bedienen kann sie allerdings nur noch einer: Der 80-jährige Werner Senn. Nun gibt er sein Wissen weiter.

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Nägel mit Köpfen

3:38 min, aus Schweiz aktuell vom 9.2.2016

Werner Senn kennt jeden Handgriff an den alten Nagelmaschinen. 40 Jahre seines Lebens hat er in ihren Dienst gestellt: Zuerst als Werkstattchef in der Fabrik, jetzt als Leiter des Schaubetriebs. Die Faszination für die Nagelproduktion hat er über all die Jahre nicht verloren: «Wenn man bedenkt, dass diese riesigen Maschinen einen kleinen Nagel innert einer Sekunde herstellen können, ist das eigentlich unglaublich.»

Wissenstransfer für die Zukunft

Neu arbeiten nebst Werner Senn auch zwei Lehrlinge im Schaubetrieb mit. Die gelernten Maschinenmechaniker müssen von Grund auf lernen, wie die alten Nagelmaschinen funktionieren. Lehrling Andreas Faust: «Es ist faszinierend zu sehen, wie diese 120-jährigen Maschinen ganz ohne Elektronik auskommen, sie arbeiten rein mechanisch.» Werner Senn gibt ihnen das nötige Wissen dazu weiter. «Ich bin nicht mehr der Jüngste. Es ist wichtig, dass ich mein Knowhow weitergeben kann. Nur so kann der Schaubetrieb weiterleben.»

Die 120-jährigen Nagelmaschinen sind Werner Senn nach all den Jahren im Betrieb ans Herz gewachsen. So sehr, dass er ihnen sogar Namen gegeben hat: «Eine Maschine nenne ich «Alter Fritz». Dies hat sich so ergeben. Die Maschine daneben heisst «Grossmutter» und dann gibt es noch «Lisi», die Enkelin.»

(simd; Schweiz Aktuell; 19:00 Uhr)