Ein Leuchtturm für neue Gerüche

Wo einst die Maggi-Würfel erfunden wurden, tüfteln bald Forscher an neuen Aromen. Auf dem ehemaligen Maggi-Areal in Kemptthal entsteht bis 2019 ein Forschungszentrum der Firma Givaudan. Der Weltmarktführer in der Duftmittelbranche soll neuen Schwung in die gesamte Region Winterthur bringen.

Mehrere Backsteinbauten von aussen, auf einem hat es ein Schild mit der Aufschrift "Givaudan".

Bildlegende: Den Pioniergeist von Julius Maggi wiederbeleben: Ab 2019 werden hier neue Aromen und Düfte entwickelt. Keystone

Die Freude über das neue Duftlabor ist gross bei Michel Domeisen. Der Leiter der Standortförderung Winterthur spricht von einem Glücksfall. Am Innovationsapéro der ZHAW im Technopark am Dienstagabend sagt er gegenüber dem «Regionaljournal»: «Es ist grossartig, dass sich ein so grosses Unternehmen für Kemptthal entscheidet. Das bringt einen starken Impuls für die ganze Region.»

Während der Industrialisierung vollzog sich Innovation entlang von Gewässern, so Domeisen. Heute passiere dies entlang von Bildungsinstitutionen. Und eine solche entsteht seit Kurzem auf dem ehemaligen Maggi-Areal in Kemptthal. Die Firma Givaudan errichtet für 120 Millionen Franken ein neues Duftlabor.

Langfristig Arbeitsplätze sichern

Auf dem Industrieareal mit den markanten hellen Backsteinbauten, die unter Denkmalschutz stehen, baut der Aroma- und Duftmittelhersteller neue Gebäude, in denen geforscht werden soll.

Givaudan mit dem Hauptsitz in Vernier im Kanton Genf betreibt ein weltweites Netz von Standorten. Von Cincinnati über Dubai bis Shanghai hat der Konzern Filialen. Dennoch sei das Labor in Kemptthal wichtig für das Unternehmen. Hugo Felix, Sprecher von Givaudan, nennt es «ein Leuchtturmprojekt». Zwar hat Givaudan die Produktion im Jahr 2010 nach Ungarn verlegt, doch dank dem Forschungszentrum sollen Arbeitsplätze langfristig in der Region bleiben.

Das zeige, dass der Wirtschaftsstandort Winterthur Zukunft habe, so Michael Domeisen. Ausserdem erhofft er sich weitere Entwicklungen auf dem ehemaligen Maggi-Areal. Givaudan benötigt für das neue Duftlabor nämlich nur die Hälfte der Fläche. Auf dem Rest sollen sich andere Firmen ansiedeln. Und in der Region rund um Kemptthal wieder den Duft von wirtschaftlichem Erfolg verströmen.