Ein neues Museumsprojekt in Winterthur - trotz Sparbremse

«Stadtväter, Stadtmütter» heisst die neuste Ausstellung in Winterthur. Neu ist aber nicht nur die Ausstellung selbst, sondern auch das Museumsprojekt. Ein neues Projekt- wenn andere Museen schliessen müssen, weil das Geld der Stadt nicht reicht? Stadtpräsident Michael Künzle erklärt.

Eine Villa

Bildlegende: In der Villa des Museums Lindengut erzählen Stadtväter und Stadtmütter ihre Geschichte. Wikipedia/Roland Zumbühl

Die Villa Flora schliesst vorerst die Türen zum Museum, weil die Stadt die Subventionen auf Ende 2013 auslaufen liess. Die Stiftung Reinhart schlägt Alarm, weil das Geld fehlt. Das Klima für die Kultur ist in Winterthur rauer geworden, seit die Stadt sparen muss.

Trotzdem gibt es ein neues Museumsprojekt in Winterthur, den Verein «Museum Schaffen». Dieser eröffnet die erste Ausstellung «Stadtväter, Stadtmütter». Und der Verein erhält Geld von der Stadt. 170'000 Franken. «Dieses Geld haben wir bereits 2012 versprochen, als der Haushalt der Stadt Winterthur noch in Ordnung war», erklärt Stadtpräsident Michael Künzle im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

«  Es ist falsch, wenn die Kultur unter sich Vergleiche anstellt. Es erhalten alle weniger Geld. »

Michael Künzle
Winterthurer Stadtpräsident

Zudem spricht Michael Künzle von einer speziellen Situation des Vereins «Museum Schaffen». Er entstand aus dem historischen Verein, der im Museum Lindengut eine Art Heimatmuseum führt, das immer mehr verstaubte. «Die Institutionen und die Gebäude bestehen, wir können sie nicht einfach stehen lassen», sagt Michael Künzle.

Stadtväter und Stadtmütter aus Vergangenheit und Gegenwart

Die Ausstellung im Museum Lindengut porträtiert 17 Winterthurerinnen und Winterthurer. Leitfaden ist die Frage: «Wer hat die Stadt erschaffen?» Vom Dönerkönig über den Kunstmäzen Oskar Reinhart bis hin zum Gründer der Afro-Pfingsten erzählen die zeitgenössischen und historischen Figuren ihre Geschichte. Und zeigen so spielerisch, was die Stadt Winterthur zu dem gemacht hat, was sie heute ist.