Ralf Schlatter Ein Tagebuch von einem, der normalerweise keines schreibt

Der Schaffhauser Kabarettist und Schriftsteller Ralf Schlatter hat seinen sechsten Roman veröffentlicht. «Steingrubers Jahr» ist die Auseinandersetzung eines Kammerjägers mit dem Leben und dem Tod.

Ralf Schlatter selbst führt nicht Tagebuch, wie er sagt. Aber er hat nun trotzdem eines geschrieben. Für den Protagonisten seines neuen Romans, Felix Steingruber. Der Kammerjäger und Junggeselle würde eigentlich auch kein Tagebuch schreiben. Doch hat ihm sein Psychiater in einem Traum eröffnet, dass er nur noch ein Jahr zu leben habe. So sucht Steingruber in der Bibliothek nach Antworten, verliebt sich in die Bibliothekarin und führt nun eben Tagebuch, um sein hartes Los zu verarbeiten.

Feinfühlig die Holzwürmer ausgetrieben

«Steingrubers Jahr» setzt sich mit dem Leben und Sterben auseinander. Ein Kammerjäger der gewissermassen vom Töten lebt, schien Ralf Schlatter besonders geeignet als Hauptfigur seines Romans. Inspiriert habe ihn einerseits der Begriff «Kammerjäger», andererseits aber auch die Begegnung mit einem solchen Schädlingsbekämpfer. So musste einst Schlatters Estrich von Holzwürmern befreit werden. «Der Kammerjäger, der zu uns kam, war ein ganz sanfter, feinfühliger Mensch.»

Schlatters Inspirationsquelle sind Absurditäten des Alltags, die er dann gerne zu Geschichten verwebt und auf die Spitze treibt. Das nutzt er für seine Bücher oder seine Hauptbeschäftigung als Kabarettist. Mit Anna-Katharina Rickert bildet Schlatter das preisgekrönte Duo «Schön und Gut». Dem Radiopublikum ist der 45-Jährige ausserdem auch durch Hörspiele und die Morgengeschichten auf SRF1 bekannt.

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