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Zürich Schaffhausen Eine israelkritische Austellung in Zürich polarisiert

Die Organisation «Breaking the silence» berichtet über Schikanen der israelischen Armee in den besetzten palästinensischen Gebieten. Nun zeigt die Helferei in Zürich eine Fotoausstellung der Organisation. Dass Bund und Stadt die Ausstellung unterstützen, sorgt für Kritik.

Ein Ex-Soldat der israelischen Armee führt persönlich durch die Fotoausstellung in der Zürcher Helferei.
Legende: Razzien, gewaltsame Übergriffe, Kooperation mit israelischen Siedlern: «Breaking the silence» prangert an. SRF

10'000 Franken hat die Stadt Zürich zur Ausstellung «Breaking the silence» in der Helferei beigesteuert, das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zahlte 15'000 Franken. Der israelische Botschafter in der Schweiz hat deshalb beim EDA protestiert, ebenso die Parlamentariergruppe Schweiz-Israel.

Antiisraelische Kampagne?

Die Fotoausstellung sei eine als Kunst getarnte antiisraelische Propaganda, sagt sie. Auch André Bollag, Co-Präsident der isaelitischen Cultusgemeinde Zürich, ist erstaunt über die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand. Die Ausstellung trage «ein inner-israelisches Problem in die Schweiz».

Die Stadt Zürich verteidigt ihr Engagement. Der Mediensprecher des Finanzdepartements, Patrick Pons, sagt, man habe sich die Sache gut überlegt: «Wir sind der Meinung, dass die Ausstellung gängige Bilder hinterfragt und damit einen Beitrag zum Dialog leistet.» Die zehn Tage dauernde Ausstellung in der Helferei beim Zürcher Grossmünster wird denn auch von einem Rahmenprogramm begleitet. Das EDA sagt, man habe den Protest zur Kenntnis genommen.

«Ich möchte Israel zu einem besseren Land machen»

Für die Ausstellung in Zürich sind verschiedene Mitglieder von «Breaking the silence» selbst angereist. Shay Davidovich ist einer von ihnen. Er hat von 2005 bis 2008 in der israelischen Armee gedient und war dabei auch in den Palästinensergebieten stationiert.

Er wolle mit den Fotos möglichst vielen Menschen ein Stück Realität der israelischen Besetzung zeigen, sagt er zu seinem Engagement bei «Breaking the silence». Er liebe sein Heimat, versichert er. Seine Arbeit sei der Versuch, Israel zu einem besseren Land zu machen.

(sda; simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)

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24 Kommentare

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  • Kommentar von M. Fischer, Zürich
    Was ist die Wahrheit? Wieviele Wahrheiten gibt es - und aus welcher Sicht? Welche Gründe können israelische Institutionen dazu verleiten, sich gegen ein Aufzeigen von Tatsachen zu wehren - und damit den echten Dialog zu verhindern? Ist es Scham? Ist es Angst vor Kritik? Oder das Unvermögen einzugestehen, völlig überfordert zu sein in einer äusserst schwierigen komplexen Situation und nur mit Gewalt und Unterdrückung reagieren zu können? Die Geschichte zeigt, dass dies nie funktionieren kann!
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  • Kommentar von Guy Bollag, Zürich
    Als Zürcher Jude begrüsse ich es sehr, dass das EDA und die Stadt Zürich die Ausstellung Breaking the Silence in Zürich finanziell wie auch ideell unterstützen. Das humanitäre Engagement der Schweiz in Israel und Palästina wird weltweit von vielen besorgten Jüdinnen und Juden sehr geschätzt. Weiter so! Die Versuche des offiziellen Israel, Breaking the Silence zum Schweigen zu bringen, wenn sie ihre Aussagen auch ausserhalb Israels macht, stehen einem demokratischen Staat schlecht an.
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  • Kommentar von jean passant, thun
    Es gibt nichts dagegen einzuwenden, dass auch israelkritische Ausstellungen gemacht werden dürfen. Warum die Schweiz durchschnittlich eine so grosse Sympathie für Palästina hat, verstehe ich allerdings nicht. Palästina ist nur ein radikal-muslimischer Staat mehr und die nicht muslimischen Staaten sollten ein Interesse daran haben, dass die muslimische Monokultur nicht auch noch Israel verdrängt. Karitatives Gutmenschentum ist in dieser Frage nicht angebracht.
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