Eine Notfallnummer für alle und alles

Im Kanton Zürich gibt es immer weniger Hausärzte, die Notfalldienst leisten. In vielen Gemeinden besteht deshalb ein Engpass. Mit einem neuen Modell will man dieser Entwicklung nun entgegenwirken. Die Notfallärzte sollen effizienter zusammenarbeiten.

Hausärztin bei einem Untersuch

Bildlegende: Weniger Hausärzte sollen reichen. Der Notfalldienst soll neu organisiert werden. Keystone

In vielen Gemeinden gibt es beim ärztlichen Notfalldienst heute Notstände. Es hat nicht nur immer weniger Hausärzte, auch die Bereitschaft, an Wochenenden und in der Nacht zu arbeiten, ist nicht mehr so gross wie früher. Die Engpässe sind besonders in ländlichen Gemeinden ein Problem. Viele Gemeinden hätten gar keinen Hausarzt mehr, sagt Josef Widler, Präsident der Ärztegesellschaft Zürich.

Ein neues Konzept der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich soll dieses Problem nun lösen. Für das wurde die «AGZ Support AG» ins Leben gerufen. Diese soll bereits ab 2017 den gesamten Einsatz der Notfallärzte koordinieren.

In einer Telefonzentrale soll eine erste Vorabklärung gemacht werden. Dann wird der Besuch in einer Hausarztpraxis oder ein Hausbesuch organisiert. Neu soll es auch nur noch eine Notfallnummer geben. Mit dieser neuen Organisation sollen in Zukunft weniger Hausärzte nötig sein.

Gemeinden leisten Widerstand

Bezahlen müssen dieses neue Angebot die Gemeinden. Pro Jahr und Einwohner sollen sie 10 Franken an diese neugegründete «AGZ Support AG» bezahlen. Dies sei zu teuer, sagt Jörg Kündig vom Gemeindepräsidentenverband Zürich. Auch der Kanton solle sich an diesen Kosten beteiligen. Ausserdem kritisiert Kündig auch den sportlichen Zeitplan der Verantwortlichen. Die Einführung des neuen Systems soll bereits Anfang 2017 erfolgen. «Die Zeit ist zu kurz. Wir brauchen mehr Zeit, um zu verhandeln und einen gemeinsamen Weg zu finden», sagt Jörg Kündig.