Eine tiefe Gage macht noch kein günstigeres Konzertticket

Der tiefe Euro hat an sich sein Gutes für die Kulturveranstalter: Sie müssen Musikern, Theatertruppen und anderen Künstlern aus dem Ausland weniger Gage bezahlen. Doch auf die Ticketpreise dürfte sich dies aus verschiedenen Gründen vorerst nicht auswirken.

Die französische Sängerin Charlotte Gaisbourg auf der Kaufleuten-Bühne.

Bildlegende: Gutschein für Konzertbesucher: Die französische Sängerin Charlotte Gainsbourg auf der Kaufleuten-Bühne. Archivbild: Keystone

Ein origineller PR-Gag: Der Zürcher Club «Kaufleuten», der eine Bühne hat für Konzerte und allerlei andere Kulturanlässe, schenkt all jenen, die ein Veranstaltungsticket kaufen, einen 20-Franken-Gutschein. Man profitiere schliesslich von der Eurokrise und wolle den Leuten etwas zurückgeben, sagt «Kaufleuten»-Geschäftsführer Marc Brechtbühl.

Die Aktion dauert vorerst zwei Monate. Der Gutschein lässt sich allerdings nur im «Kaufleuten»-Restaurant einlösen. «Da essen auch die meisten Besucherinnen und Besucher unserer Kulturveranstaltungen. So gesehen belohnen wir die Richtigen», findet Brechtbühl. Mit der Aktion wolle er nicht zuletzt auch ein Zeichen setzen gegen die allgemeine Missstimmung beim Gewerbe wegen der Eurokrise.

Schweizer Fixkosten, deutsche Theatergäste

Ob die Aktion Nachahmer findet, ist indes fraglich. Beim Konzertveranstalter «Good News» weist man darauf hin, dass die Gagen für die Bands nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten ausmachen würden: «Die Hallenmieten, Bühnenarbeiter und Security bezahlen wir ja weiterhin in Schweizer Franken», erklärt «Good News»-Sprecherin Anina Tzaud. Und der Geschäftsführer des Schaffhauser Stadttheaters, Jens Lamparter, sieht im Moment ein Risiko eher darin, dass ihm die zahlreichen Gäste aus Deutschland untreu werden könnten: «Für sie werden die Tickets in der Schweiz ja entsprechend teurer».