Kult-Wäscheschirm STEWI Eine Verjüngungskur für die alte Dame

Vor 70 Jahren erfand Walter Steiner in Winterthur den legendären Wäscheschirm Stewi. Ein typisches Schweizer Produkt: praktisch und langlebig. Und genau dies machte der Firma in letzter Zeit Probleme. Nun aber weht ein frischer Wind - dank der neuen Besitzer und ihrer Ideen.

Als Junge spannte Walter Steiner für seine Mutter die Wäscheleine und musste sie mit grossen Holzstangen stützen. Eine mühsame Aufgabe. Das muss einfacher gehen, hat er sich wohl gedacht.

Walter Steiner sitzt neben einem Stewi (schwarz-weiss)

Bildlegende: 1947 entwickelte Walter Steiner den ersten Stewi aus Holz mit Hanfseilen. Keystone

Als junger Mann, gleich nach dem Abendtechnikum, gründete Walter Steiner 1947 seine Firma: die Walter Steiner Konstruktionswerkstätte Winterthur – kurz STEWI.

Eine Frau im Look der 50er hängt Wäsche auf.

Bildlegende: Waren die Hausfrauen glücklich, war es auch Stewi. Keystone

Walter Steiners Produkt: Eine tragbare, leicht montierbare Wäscheleine, der Wäscheschirm. «Stewi bringt der Hausfrau gute Laune», lautete der Werbeslogan.

Ein oranger Prospekt mit Bildern von glücklichen Frauen.

Bildlegende: Alle Vorzüge auf einen Blick - im knalligen Orange. Stewi-Prospekt aus dem Jahr 1980. zvg/Stewi

Das Produkt wurde zum Erfolg. In der Schweiz gibt es kaum einen Garten, in dem kein Stewi steht. Der Clou laut Prospekt: Die Halterung sei «so einstellbar, dass ein Rasenmäher darüber rollen kann!»

Eine Frau sitzt auf dem Boden. Darunter ein Bild eines Wäscheständers.

Bildlegende: Für die modernere Hausfrau: «Stewi bringt die gepflegte Welle», stand im Prospekt. zvg/Stewi

Nach dem Wäscheschirm erfand Stewi 1962 den ersten indoor Wäscheständer. Alle Produkte haben eines gemein: Sie sind langlebig. Und genau dies wurde für die Firma zum Problem. Denn wie findet man neue Kunden, wenn die Produkte ewig halten?

Eine Frau hebt einen Wäscheständer auf einen Stapel.

Bildlegende: Heute arbeiten noch 21 Angestellte und zwei Chefs bei Stewi. Keystone

Die wirklich erfolgreichen Zeiten, als über 120 Mitarbeiter bei STEWI arbeiteten, sind vorbei. Es braucht neue Ideen – und die bringen Stephan Ebnöther und Lorenz Fäh mit. Vor kurzem haben sie die Firma von den Erben übernommen. Und wollen hoch hinaus.

Ein Mann mit Brille lehnt sich auf eine Produktionsmaschine.

Bildlegende: Will Stewi in die Zukunft führen: Mitbesitzer Stephan Ebnöther. SRF

Denn neu sollen nicht nur Frauen dank Stewi glücklich werden, sondern auch die Männer, sagt Stephan Ebnöther mit einem Augenzwinkern. Mit einer Wäschehänge, welche die Wäsche auch gleich reinigt. Oder mit einem verstellbaren Stewi, der auch in die Badewanne passt.

Und auch die alte Dame aus dem Hause Stewi soll im neuen Glanz erstrahlen. Der ursprüngliche Wäscheschirm, mit Holzständer im Retro-Design.

Ein Stewi in den Schweizer Alpen

Bildlegende: Kein Ort zu abgelegen, um einen Stewi aufzustellen. Keystone