Enttäuschend - «Rocco und seine Brüder» im Theater Neumarkt

Mit «Rocco und seine Brüder» nach dem Film von Luchino Visconti eröffnet das Zürcher Theater Neumarkt die Saison. In dieser ersten Premiere stellt sich der neue Hausherr Peter Kastenmüller auch gleich als Regisseur vor. Seine Version von Viscontis Klassiker macht aber eher ratlos, als glücklich.

Rocco (Maximilian Kraus) und seine Verehrerin Nadia (Janet Rothe) auf der Bühne.

Bildlegende: Rocco (Maximilian Kraus) und seine Verehrerin Nadia (Janet Rothe) auf der Bühne. zvg

Viel Aufwand treibt der Hausherr Peter Kastenmüller in seiner ersten Regiearbeit im Theater Neumarkt. Ein Gleis zieht sich durch den ganzen Theatersaal.

Das Publikum sitzt links und rechts davon, und verrenkt sich wie bei einem Tennismatch den Kopf. Denn einmal erzählt einer der Brüder am einen Ende des Gleises, einmal am andern.

«Rocco und seine Brüder» ist die Geschichte einer süditalienischen Familie die nach Mailand kommt, in der Hoffnung hier Arbeit und eine neue Heimat zu finden. Was in Luchino Viscontis Film beklemmend und berührend ist, lässt einem in Peter Kastenmüllers Inszenierung seltsam kalt. Einerseits lässt er die fünf Schauspieler und zwei Schauspielerinnen endlos lang und langatmig einfach erzählen. Andererseits schlägt er mit viel Theaterblut, Videoeinspielungen und Musik alle Emotionen tot.