«Erdbeben zählen zu den grössten Naturgefahren der Schweiz»

Dieses Jahr feiert der Schweizerische Erdbebendienst in Zürich sein 100-jähriges Bestehen. Gemäss Direktor Stefan Wiemer kommen starke Erdbeben in der Schweiz selten vor. Wann das nächste bevorsteht, kann sein Dienst trotz aller Technik nicht vorhersagen.

Von den 500 bis 800 Erdbeben, die sich jedes Jahr in der Schweiz ereignen, sind nur die wenigsten für den Menschen spürbar. Aber die Seismografen des Schweizerischen Erdbebendienstes SED an der ETH Zürich registrieren jede kleinste Erschütterung im Untergrund.

Das Erdbebenrisiko in der Schweiz werde unterschätzt, sagt SED-Direktor Stefan Wiemer als «Regionaljournal»-Wochengast: «Erdbeben zählen neben Hochwasser zu den grössten Naturgefahren der Schweiz». Dies nicht wegen ihrer Häufigkeit, sondern weil sie sehr grossen Schaden verursachen. Denn bei 80 bis 90 Prozent aller Häuser sei nicht klar, wie stabil sie sind. «Wenn es also wie in Basel 1356 schütteln würde, würde das 80 bis 100 Milliarden Franken kosten», schätzt Wiemer.

Am meisten bebt die Erde im Wallis, in der Region Basel oder in Graubünden. Auf Grund der Bevölkerungsdichte und des möglichen Schadens gilt Zürich aber ebenso als Erbebenrisikogebiet.

Jubiläumsausstellung im Museum focusTerra