Zum Inhalt springen

Pilotprojekt in Zürich Eritreisches Radio als Integrationsprojekt

Einmal pro Monat produzieren eritreische Migranten in Zürich ein Radioprogramm in ihrer Muttersprache. Hinter dem Projekt «Radio Brhan» steckt die Idee, eritreische Einwanderer mit Informationen über den Schweizer Alltag zu versorgen.

Legende: Video Radio als Integrationsprojekt abspielen. Laufzeit 4:52 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 19.04.2017.

Auf Tigrinya, der am häufigsten gesprochenen Sprache in Eritrea, moderiert Absera Tewelde die anderthalbstündige Sendung. Die ehemalige Journalistin aus Eritrea ist seit Mai 2015 Asylbewerberin in der Schweiz. Zusammen mit acht Redaktionskollegen, die teilweise auch schon als Journalisten oder Autoren in ihrer Heimat tätig waren, engagiert sie sich für die Sendung, die jeweils am letzten Samstag des Monats auf Radio Lora, einem alternativen Zürcher Lokalradio, über den Äther geht. Via Website, Youtube oder Facebook kann das Programm aber auch später noch angehört werden.

Themen aus dem Alltag gegriffen

«Brhan» bedeutet Licht oder Klarheit. Klarheit möchten die Radiomacher in die komplizierten Verhältnisse bringen, in denen sich die eritreischen Migranten in der Schweiz wiederfinden. Die Integration ihrer Landsleute liegt Absera Tewelde sehr am Herzen. Wenn man keine Ahnung von der Schweizer Gesellschaft und Kultur hat, könne man hier nicht überleben, sagt die Moderatorin.

Ganz alltägliche Dinge, welche Migranten beschäftigen, wie zum Beispiel das lokale Schulsystem oder die Schweizer Essgewohnheiten, thematisieren die Redaktoren in der Sendung. Nicht nur sprachlich, sondern auch bei der Ernährung, sei es wichtig, sich zu integrieren, findet Abdu Mohammed, der vor 4 Jahren in die Schweiz gekommen ist und am Radio auch seine eigenen Erfahrungen den Zuhörern weitergibt.

Das Projekt soll Schule machen

Das Radio ist ein Pilotprojekt von der Asylorganisation Zürich AOZ. Im Vergleich zu Integrationskursen und Beratungsgesprächen ermögliche das Radio, dass Tigrinyasprachige die Informationen jeder Zeit und überall abrufen können, erklärt Irene Rodriguez. Sie ist bei der AOZ für das Projekt verantwortlich. Da so sehr viele Personen erreicht werden können, wäre es durchaus denkbar, ähnliche Angebote für weitere Sprachgruppen anzubieten.

Auch die beteiligten Redaktoren wie Absera Tewelde und Abdu Mohammed, die ehrenamtlich beim «Radio Brhan» mitarbeiten, könnten viel profitieren, sagt Irene Rodriguez. Sie erweitern ihr journalistisches Wissen und knüpfen nützliche Kontakte. Anstatt zu Hause zu sitzen und nichts zu tun, möchte sie sich lieber irgendwo engagieren, sagt Absera Tewelde, die noch auf ihren Asylentscheid wartet. Ihr Traum wäre es, einmal so gut in der Schweiz integriert zu sein und so gut Deutsch zu sprechen, dass sie als Journalistin hier arbeiten kann.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Mesqel MT (Mesqel MT)
    Ich finde Tolle Idee, So kann man eigene Meinung in eine Offene gesellschaft integrieren von allem die kern wort Integration mit der einheimischen und ausländischen Wohnbevölkerung zusammenleben gegenseitig mit respekt und toleranz begegnen. Vielen Dank Team SRF
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    So läuft alles in "kleinen Schritten" Richtung: "wir sagen, wo der Bartli den Moscht holt"! Kürzlich wollte man die "Musikwelle" aus der SRG entfernen! Anderseits werden immer mehr (TV/Radio)-Konsessionen an fremde Kulturgruppen im Land erteilt! Alles läuft in eine völlige Multikultigesellschaft, in der die Eidgenossen in 30-50 Jahren bloss noch eine Minderheit sein werden! Wer sich dazu besorgt zeigt oder sogar nach Gegenwehr ruft (zB. Parteien) werden peinlich kontrolliert und verunglimpft!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Sehe ich anders. Ein Radioprojekt, welche unsere Spielregeln erklärt und aufzeigt, wie man als Fremder mit ihnen umgeht und sie geistig richtig einordnet, ist wohl das effizienteste und gewinnbringendste Vorhaben in Sachen Integration seit langem! Ich kann mich dafür erwärmen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen