Erntezeit im Gemeinschaftsgarten

Urban Farming: Der Trend zum Gärtnern in der Stadt wächst auch in Zürich. Viele Städter essen lieber die Bio-Gurke aus der Nähe als die Gewächshaus-Zucchetti aus der Ferne. Und sie packen gerne auch selber mit an – so wie im Gemüseanbau-Kollektiv Dunkelhölzli in Altstetten.

Hobbygärtner bei der Rüebli-Ernte.

Bildlegende: Gemüseernte mitten in der Stadt: Immer mehr Menschen schätzen das lokale Angebot - und packen auch selber mit an. Keystone

Gemüseanbau-Kollektiv Dunkelhölzli – hinter diesem Namen verbirgt sich eine simple Idee: Ein Garten-Abonnement. Für 50 Franken im Monat gibt's beispielsweise einen Sack voll Gemüse, der für einen Zweipersonen-Haushalt reicht. Gleichzeitig verpflichtet sich der Abonnent, an zwei Tagen pro Jahr im Garten mitzuhelfen.

2010 haben die Initianten Ueli Ansorge und Tinu Balmer mit dem Gemeinschaftsgarten begonnen. Damals zählten sie 30 Abonnenten zu ihrem Kollektiv. Heute sind es bereits über 200 Städter, die mitbauern – aus ganz verschiedenen Gründen, zählt Abonnentin Maja Rüegg auf: «Ich schätze das biologische Gemüse, das keine langen Transportwege überstehen muss, und die Leute, die hier zusammenarbeiten und gemeinsam dafür sorgen, dass etwas auf den Tisch kommt.»

Dreckig, aber gesünder

Das Dunkelhölzli-Kollektiv erntet Woche für Woche 400 Kilo Gemüse. Eine Menge Arbeit für die Mitglieder. Darum erhalten sie auch noch Unterstützung von Personen, die das Sozialamt vermittelt. Das Gemüse wird jeweils von einem Velokurier abgeholt, der es dann auf verschiedene Depots verteilt. Dort stehen die Gemüsesäcke dann für die Abonnentinnen und Abonnenten bereit.

Einer von ihnen ist Felix Frey, der eben einen Sack abgeholt hat, ihn in seinen Velokorb lädt, sich durch den dichten Stadtverkehr nach Hause kämpft und sich sogleich ans Waschen macht. Das dauert beim Dunkelhölzli-Gemüse etwas länger: «Es ist manchmal ziemlich viel Dreck dran, aber der Aufwand lohnt sich.»