Umweltschutz im Gotteshaus Erst wenige Zürcher Kirchen sparen Energie

Der Schöpfung Sorge tragen: Diesem Leitspruch sollen die Kirchgemeinden folgen, und zwar mit Massnahmen im Umweltschutz. Wer seine Ökobilanz verbessert, erhält ein Zertifikat - den grünen Güggel. Im Kanton Zürich kräht dieser Hahn jedoch erst von wenigen Kirchtürmen.

Eine Kirche steht nah am Wasser, links davon vier spitze grüne Bäume.

Bildlegende: Sie ist zertifiziert: die reformierte Kirche in Meilen. wikimedia/Roland ZH

Es ist kalt in der reformierten Kirche Meilen. 12 Grad Celsius. Nur für die Gottesdienste steigt das Thermometer auf 18 Grad. Grund dafür ist der Grüne Güggel.

Dieses Zertifikat erhalten Kirchgemeinden in der Schweiz, wenn sie sich für den Umweltschutz einsetzen. Mit solchen Massnahmen wie zum Beispiel dem Energiesparen beim Heizen.

Meilen als Vorreitergemeinde

Meilen war vor rund zwei Jahren die erste Kirchgemeinde in der Schweiz, die sich mit diesem Zertifikat schmücken durfte. Initiant Andreas Frei, jahrelang selber Pfarrer in der Stadt Zürich, hält viel von der Idee: «Die Bewahrung der Schöpfung ist ein wichtiges Thema. Da muss die Kirche vorausgehen und konkret etwas unternehmen.»

In Schaffhausen missionieren

Es sei auch ein gutes Marketing-Instrument, so Frei. Und die Kirchgemeinde könne auf diese Weise Kosten sparen. Dennoch ist noch keine breite Bewegung in Sicht. Bisher seien erst ein paar wenige andere Gemeinden dem Vorbild Meilen gefolgt, so Andreas Frei.

Er bleibt jedoch zuversichtlich: Viele Kirchen hätten nämlich Interesse angemeldet und träfen zurzeit Abklärungen. Und: Als nächstes kann er das Umwelt-Zertifikat der Schaffhauser Landeskirche vorstellen.

Der Güggel

Der Güggel

Die Idee stammt aus Deutschland, wo mittlerweile rund 800 Kirchgemeinden zertifiziert sind. 2015 kam der Hahn in der Schweiz: Aus dem deutschen Gockel wurde ein Güggel.

Im Kanton Zürich besitzen die Gemeinden Meilen, Stäfa und Dübendorf diese Auszeichnung.