Zum Inhalt springen

Zürcher Gammelhäuser «Es braucht einen kontrollierten Neustart»

Für die verlotterten Häuser im Langstrassen-Quartier gibt es eine Lösung: Der Zürcher Stadtrat kauft die drei Gammelhäuser. Anders hätte man der Lage vor Ort nicht Herr werden können, so die Regierung.

Eine Hausfassade, davor drei Container, randvoll mit Abfallsäcken und sonstigem Müll.
Legende: Das Haus an der Neufrankengasse 14 gehört bald der Stadt. Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für insgesamt 32 Millionen Franken erwirbt die Stadt Zürich die drei Häuser.
  • Es soll gemeinnütziger Wohnraum entstehen: 80 Wohnungen und 30 Einzelzimmer.
  • Darin sollen unter anderem Menschen mit Suchtproblemen und Asylbewerber wohnen.
  • In die Schlagzeilen gerieten die Häuser, als im Oktober 2015 eine Razzia stattfand wegen des Verdachts auf Mietwucher.
  • Der Besitzer und zwei seiner Mitarbeiter sassen danach für fast zwei Monate in Untersuchungshaft. Ob es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, ist noch offen.
Legende: Video Schlag gegen Mietzins-Wucher abspielen. Laufzeit 7:01 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 20.10.2015.

Es musste schnell gehen: Der aktuelle Besitzer wollte den Verkauf noch vor den Sportferien abwickeln. Deshalb hat der Stadtrat das Geld in eigener Kompetenz gesprochen. 14,6 Millionen Franken für das Haus an der Neufrankengasse 6, 11,5 Millionen Franken für das Nachbarhaus und für die Liegenschaft an der Magnusstrasse 6,3 Millionen Franken.

Alles in allem also über 32 Millionen Franken. Solch hohe Beträge müsste eigentlich das Stadtparlament bewilligen. Dazu reichte nun die Zeit aber nicht. Der Gemeinderat bekommt aber später noch die Gelegenheit, darüber zu befinden: Die Liegenschaften sollen nämlich ins Verwaltungsvermögen der Stadt übergehen, und das muss das Parlament bewilligen. Lehnt es den Kauf ab, sucht der Stadtrat einen neuen Käufer für die drei Häuser.

Suchtkranke und Asylbewerber

Mit dem Erwerb der drei Häuser will der Stadtrat die prekären Verhältnisse dauerhaft beseitigen. Es habe schlicht keine Alternative zum Kauf gegeben, so der Sozialvorsteher Raphael Golta: «In den letzten fünf Jahren gab es wegen dieser drei Häuser insgesamt 2500 Polizeieinsätze. Da war uns klar: Wir brauchen einen kontrollierten Neustart an diesem Ort.»

Ausserdem möchte die Regierung «langfristig zahlbaren Wohnraum für Personen sichern, die auf dem freien Markt wenig Chancen haben». In den Häusern sollen Menschen mit Suchtproblemen wohnen können. Die 30 Einzelzimmer an der Magnusstrasse sollen an die Asyl-Organisation Zürich vermietet werden.

Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch eine Weile. Alle drei Gebäude sind in einem desolaten Zustand und müssen saniert werden. Um die gröbsten Mängel zu beheben, hat der Stadtrat zusätzlich rund vier Millionen Franken bewilligt. Anschliessend sollen die Häuser zwischengenutzt werden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ya medet (Medet201085)
    Zum glück hatt es stadt Zürich gekauft. Jetzt wandern mietzinsen wo durch Steurgelder bezahlt wurden wieder in die Kasse von stadt Zürich. und nicht zu irgend ein Privat besitzer.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Mein 3. Versuch, zu diesem Bericht eine Meinung zu äussern: Auch wenn die Stadt Zürich mit Steuergelder diese völlig vegammelten Bruchbuden kauft, sie abreisst und auf dem Areal neue Sozialwohnungen für Randgrüppeler erstellt, werden auch danach in kürzester Zeit kaum andere Bilder aus den Wohnungen und den Treppenhäuser zu erwarten sein! Dieses Faktum könnte jede Stadt, die solche Sozialsiedlungen besitzt, problemlos bestätigen! Habe ich mit dieser Realitätt wirklich das Netiquette verletzt?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Hat die Stadt Zürich soviel zuviel Geld ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen