Es braucht noch mehr Schulklassen für Flüchtlingskinder

Die Stadt Winterthur hat Anfang Woche eine zusätzliche Aufnahmeklasse für Flüchtlingskinder eröffnet. Es ist bereits die Zwanzigste neue derartige Klasse im ganzen Kanton Zürich. Das Ziel: Die Kinder sollen möglichst schnell Deutsch lernen.

Blick in ein Klassenzimmer für Flüchtlinge beim Asylzentrum Embrach.

Bildlegende: Schrift, Sprache, Zahlen: Der Bildungsstand der Kinder in den Aufnahmeklassen variiert stark. SRF

Die Aufnahmeklassen in der Stadt Winterthur werden von acht bis 14 Schülerinnen und Schülern besucht. Die am Montag eröffnete zusätzliche Klasse im Schulhaus Schachen werde solange betrieben, wie der erhöhte Bedarf bestehe, teilte die Stadt Winterthur mit. Die dafür benötigten Stellen hat das kantonale Volksschulamt vorgängig bewilligt.

Das Schulhaus im Quartier Veltheim liegt in unmittelbarer Nähe der Kirche Rosenberg. Dort werden seit Ende Januar Flüchtlinge untergebracht, darunter auch Familien mit schulpflichtigen Kindern.

Nach einem Jahr der Übertritt in die Regelklasse

Für die Schulung der Flüchtlingskinder aus rund 30 Ländern sind in Winterthur die jeweiligen Schulkreise zuständig. Kinder im Alter bis und mit erste Klasse werden dabei direkt in bestehende Regelklassen integriert und erhalten Unterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Die älteren Kinder bis und mit fünfter Klasse kommen zuerst in eine Aufnahmeklasse und werden üblicherweise nach einem Jahr einer Regelklasse zugeteilt. Schulstadtrat Stefan Fritschi: «Das Hauptziel ist, dass die Kinder möglichst schnell deutsch lernen.»

Neben Winterthur entstanden im vergangenen Jahr bereits zwanzig zusätzliche Aufnahmeklassen – die Hälfte davon direkt in Asylunterkünften, die anderen an bestehenden Schulen. Die Schulen würden die Zusatzaufgabe gut bewältigen, sagt der Leiter des Zürcher Volksschulamts, Martin Wendelspiess: «Es ist aufwändig und braucht manchmal auch einen besonderen Effort.» Die zusätzlichen Lehrkräfte für die Aufnahmeklasse habe man bisher gut rekrutieren können.

Privatschule für Sechstklässer

Eine besondere Lösung hat die Stadt Winterthur für Schülerinnen und Schüler ab der sechsten Klasse gefunden. Sie besuchen die kantonal anerkannte Privatschule Allegra im Stadtzentrum von Winterthur. Diese ist auf Integration und Deutschunterricht spezialisiert. Momentan besuchen acht Schüler aus Winterthur die Privatschule. Allegra sei im Kanton Zürich etabliert und unterrichte derzeit entsprechende Kinder aus rund 80 Gemeinden. Aufgrund ihres Spezialangebots könnten die Schüler bereits nach einem halben Jahr in die Regelschule wechseln.