«Es ist eine grosse Hoffnung»

Die Hoffnung auf einen anderen Umgang der katholischen Kirche mit homosexuellen oder wiederverheirateten Menschen hat sich nach der Bischofssynode in Rom nicht erfüllt. Arnold Landtwing vom Generalvikariat Zürich-Glarus glaubt dennoch, Signale der Offenheit von der katholischen Kirche zu erkennen.

Die ausserordentliche Bischofssynode sei in dieser Form bereits etwas Einmaliges, sagt Arnold Landtwing, Informationsbeauftragter des Generalvikariats Zürich-Glarus gegenüber «Radio SRF». «Es gab eine sensationelle Umfrage im Vorfeld der Synode.» Zum ersten Mal sei überhaupt gefragt worden, «wo der Schuh drückt» im katholischen Alltag. Viele von der Basis hätten sich zu den Themen geäussert. Die Umfrage sei von den Bischöfen wahrgenommen worden. Was jetzt in Rom passiert sei, sei deshalb nur der erste Schritt, ist Landtwing überzeugt.

Zwar hätten sich die Bischöfe zu besonders umstrittenen Punkten - wie Zugang von Wiederverheirateten zu den Sakramenten oder Aufnahme von Homosexuellen - nicht einigen können, die Kirche werde diese Punkte aber wieder aufgreifen. «Es war sehr klug, dass der Papst diese Punkte im Abschlussdokument hat stehen lassen.» Die Diskussion darüber müsse nun vertieft werden.

«  Wir haben Hausaufgaben erhalten. »

Arnold Landtwing
Generalvikariat Zürich-Glarus

Zu den Hausaufgaben gehöre, dass sich die Bischöfe in Zukunft vertieft mit der Ehe-Theologie des 2. Vatikanischen Konzils /1962-65 auseinandersetzten. Dabei gehe es aber bei Reformen nicht um eine Anpassung an den Zeitgeist, sondern um dringende Antworten bei drängenden Fragen.

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Vatikan zieht Fazit nach Familiensynode

2:17 min, aus Tagesschau vom 18.10.2014

Wie das Dokument in der katholischen Kirche in Zürich wahrgenommen wird, kann Landtwing noch nicht sagen, dafür sei die Zeit zu kurz. Noch fehle die deutsche Übersetzung. Aber er ist sicher: «Für die Seelsorgerinnen und Seelsorger ist es eine Ermutigung.» Wie diese nun im Alltag konkret mit Homosexuellen oder Wiederverheirateten umgehen sollen, vermag Arnold Landtwing, bei allen hoffnungsvollen Worten, nicht zu sagen.