Es kann wieder gedörrt werden in Rafz

Bohnen, Tomaten, Birnen oder Äpfel - wer Dörrgut will, kann nach Rafz fahren. Die Dörranlage ist wieder offen. Christine Eschmann hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und ist die neue Dörrmeisterin der Anlage Rafz.

Christine Eschmann nimmt die Bohnen, verteilt sie auf grosse Gitter und schiebt sie in den Dörrofen. Jedes Gitter ist mit dem Namen angeschrieben, wem die Bohnen gehören. So finden die gedörrten Bohnen auch wieder zurück zur Kundin oder zum Kunden. Zudem notiert Christine Eschmann das Gewicht der ungetrockneten Bohnen und den Zeitpunkt, wann die Bohnen in den Ofen geschoben wurden.

Christine Eschmann kennt sich mit dem Dörren von Früchten und Gemüse aus: Viele Jahre hat sie das Dörren hobbymässig betrieben, bis sie in der Zeitung gelesen hat, dass Rafz eine neue Dörrmeisterin oder einen Dörrmeister sucht.

Das grosse Bangen um eine alte Tradition

Als die bisherige Dörmeisterin vor einem Jahr von Rafz weggezogen war, hat die Gemeinde ein Inserat aufgegeben. Die Suche war schwierig, denn eine Dörrmeisterin muss nämlich sowohl in der Nähe des Dörrofens wohnen als auch flexibel in der Arbeitszeit sein. Niemant meldete sich und es sah aus, als müsste die Gemeinde ihre Dörranlage schliessen.

Die Ausschreibung sei jedoch nur auf die Anwohner im Rafzer Feld fokussiert gewesen, sagt Marc Bernasconi, der Gemeindeschreiber von Rafz, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Erst als die Zeitung «Zürcher Unterländer» einen Artikel über die schwierige Suche geschrieben hat, kam Bewegung in die Sache: Christine Eschmann hat den Artikel gelesen, sich beworben und die Stelle bekommen.

Wohnhaft in der Nähe des Dörrofens

Christine Eschmann wohnt in einem Weiler ganz in der Nähe von Rafz. Das ist auch nötig, denn während der Dörrsaison muss sie immer wieder den Dörrofen aufsuchen und das Dörrgut kontrollieren. Die Dörrsaison ist von August von Oktober und im Winter gibt es Spezialeinsätze.