ETH-Rektor Lino Guzzella gegen höhere Maturaquote

In einer Rede zum traditionellen «Ustertag» hat ETH-Rektor Lino Guzzella am Sonntag davor gewarnt, an den Gymnasien deutlich mehr Schülerinnen und Schüler aufzunehmen. Eine höhere Maturiätsquote würde «das duale Bildungssystem, um das uns das Ausland beneidet, gefährden», sagte er.

Es gebe in der Schweiz für beruflichen Erfolg und gesellschaftlichen Aufstieg nicht nur den Weg über das Gymnasium, erklärte Lino Guzzella vor den Anwesenden in der reformierten Kirche Uster. Jungen Leuten stünden auch mit einer Berufslehre, der Berufsfachschule und Berufsmittelschule «praktisch alle Optionen offen».

«Sinnvolle Auswahl» der Gymnasiasten

Guzzella ist überzeugt, dass bei steigenden Maturitätsquoten die Qualität der gymnasialen Ausbildung nicht gehalten werden könnte. Mehr Maturandinnen und Maturanden führten auch nicht automatisch zu einer höheren Akademikerquote.

Dank einer «sinnvollen Auswahl» der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sei die Erfolgsquote später höher. Zudem führe dank den Berufsmittelschulen und den Fachhochschulen ein zweiter Weg zum Hochschulabschluss.