ETH Zürich verwarnt Biologie-Professor

Der Verdacht hat sich erhärtet: Ein Biologie-Professor der ETH hat in seinen Publikationen geschönte und anderweitig manipulierte Bilder verwendet. Die Schulleitung der ETH Zürich hat ihn deswegen verwarnt. Der Forscher seinerseits hat sich entschuldigt und Besserung versprochen.

ETH Haupteingang in Zürich

Bildlegende: Die Untersuchungskommission fand in fünf an der ETH entstandenen Publikationen Fehler. Keystone

Der Vorwurf, ein ETH-Professor habe gewisse Bilder manipuliert, tauchte bereits Anfang Jahr in verschiedenen Online-Foren auf. In ihrer internen Untersuchung fand die ETH zwar keinen Hinweis auf aktive Manipulation, sie kam jedoch zum Schluss, dass der Wissenschaftler seine Sorgfaltspflicht und seine Aufsichtspflicht als Forschungsleiter verletzt habe.

In insgesamt fünf an der ETH entstandenen Publikationen fand die Untersuchungs-kommission Fehler. Diese hätten von der Verschönerung von Bildern bis zur Verwechslung von Bilddateien gereicht. In zwei der fünf Publikationen stiess die Kommission auf schwerwiegendere Fehler.

Verwarnungen sind äusserst selten

Wie die ETH Zürich am Freitag mitteilte, erhält der Professor dafür eine Verwarnung. Dies komme sehr selten vor, sagt Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen an der ETH: «In den letzten elf Jahren gab es zwei Fälle von wissenschaftlichem Fehlverhalten.» Ein Fehlverhalten gemäss der Regeln der ETH-Verfahrensordnung liege jedoch in diesem Fall nicht vor. Die ETH hält auch fest, dass die in den Arbeiten beschriebenen wissenschaftlichen Fakten korrekt waren.

«  Die Daten sind nicht erfunden. Die Experimente wurden durchgeführt. Allerdings wurden Fehler beim Publizieren gemacht. »

Detlef Günther
Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen an der ETH

Die korrekte Forschung ist ein zentraler Punkt, denn für seine Arbeit über den natürlichen Abwehrmechanismus von Pflanzen hatte der betroffene Professor vor zwei Jahren international für viel Aufsehen gesorgt und auch Preise erhalten.

Der Verwarnte übernimmt laut Mitteilung der ETH die volle Verantwortung für die Fehler und entschuldigte sich in aller Form. Beim Publizieren von Daten werde er «in Zukunft äusserst vorsichtig sein», wird er zitiert. Die ETH Zürich – die sich «trotz meiner Fehler hinter mich stellt» – werde er nicht enttäuschen.