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Zürich Schaffhausen Fall Céline: «Ein Restrisko bleibt»

Der Bundesgerichtsentscheid zum Fall Céline hat keine Auswirkungen auf die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte. Sie hätten ihre Verantwortung schon zuvor wahrgenommen, sagt Josef Widler, der neue Präsident der Zürcher Ärztegesellschaft.

Legende: Audio Interview Josef Widler (25.1.2015) abspielen.
17 min

Das Bundesgericht wies die Anzeige von Célins Familie ab. Der Pharmamulti Bayer sei nicht verantwortlich für die schwere Behinderung, an der Céline aufgrund der Pille leidet. Gleichzeitig betonte das Gericht, es sei Sache der Ärzte, die jungen Frauen auf die Risiken aufmerksam zu machen.

Ärzte müssten aber nicht mehr Verantwortung übernehmen, sagte Josef Widler als Regionaljournal-Wochengast. «Sie haben diese Verantwortung schon zuvor getragen.» Ganz vermeiden liessen sich solche Fälle jedoch nicht. «Wir müssen mit einem Restrisko leben.»

Alter des Arztes nicht entscheidend

Kritisch äusserte sich Widler zum Fall des 78-jährigen Chirurgen, der bei einer Brust-OP offenbar schwere Fehler beging. Diese Fehler nur auf das hohe Alter des Arztes zurückzuführen, sei jedoch falsch. «Es gibt 80-jährige Ärzte, die immer noch gute Arbeit leisten und es gibt solche, die schon mit 60 Jahren ungenügende Leistungen bringen», meinte Widler. Die Ärztegesellschaft warte nun ab, was die Untersuchung gegen den Arzt für Resultate bringe. Von sich aus werde die Gesellschaft vorerst nicht aktiv.

Neuer Notfalldienst der Hausärzte

Zudem kündigte Widler einen neuen, kantonalen Notfalldienst der Hausärzte an. Bis in zwei Jahren soll das neue Konzept realisiert werden. Patientinnen und Patienten sollen dann im ganzen Kanton über eine einheitliche Telefonnummer einen Arzt zu sich nach Hause bestellen können.

(kerf; Regionaljournal Zürich Schaffhausen)

5 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Sämtliche Behandlungsschritte, die ein Arzt mit oder ohne Medikamente an einem Patient vornimmt , müssten dem Patienten schriftlich vorgehend und nachfolgend ausgehändigt werden . Die Aufklärung der Aerzte erfolgt nur dann, wenn ein Patient gezielt und hartnäckig nachfragen kann .
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  • Kommentar von Monica Ruoff, Bern
    Ich wurde noch nie von einem Arzt über unerwünschte Wirkungen aufgeklärt, auch nicht darüber, wofür das Medikament tatsächlich zugelassen ist, was es enthält und wie es wirkt. Auf Nachfragen wurde nur ungeduldig und ausweichend geantwortet, was auch für die Diagnose gilt. Von einer "Informierten Einwilligung in eine Behandlung", wie sie heute Standard sein sollte, kann keine Rede sein. Der mündige Patient kommt nicht darum herum, sich selbst zu informieren, wenn er keinen Schaden nehmen will.
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Auch bei einer effektiven(nich durch Pille vorgetäuschten)Schwangerschaft,bleibt ein Restrisiko.Ebenso bei einer Geburt.Das allergrösste Risiko aber,folgt nach einer Geburt.Das Risiko,sich mit einem neuen Mensch,fremden Geist,einzulassen.Am Anfang noch klein und leicht zu beeinflussen.Mit zunehmendem Anwachsen des Willens zur Selbstbestimmung,zunehmend grösseres Risiko.Nur so vonwegen Verbrecher,Mörder,Diebe,Drogensüchtige,Neurotiker,Psychopaten,katastrophale Politiker/Diktatoren?So geboren???
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