«Fall Céline» kommt vors Bundesgericht

Die junge Schaffhauserin gibt nicht auf. Sie erlitt nach der Einnahme der Antibabypille eine Lungenembolie und kämpft für Schadenersatz. Das Zürcher Obergericht hat das Begehren abgewiesen. Nun wird das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen.

Pille Yasmin von Bayer.

Bildlegende: Das Obergericht konnte keinen Produktemangel feststellen. Keystone

Seit fünf Jahren ist die junge Frau schwer behindert. Mitte 2008 hatte die damals 16-jährige vom Frauenarzt die Antibabypille Yasmin erhalten. Zwei Monate später erlitt sie eine Lungenembolie und durch den Sauerstoffmangel eine schwere Hirnschädigung.

Céline forderte von Bayer, dem Pharmaunternehmen, das die Pille herstellt, 5,3 Millionen Franken Schadenersatz. Am 13. August 2013 hat das Bezirksgericht Zürich die Klage abgewiesen. Mitte Mai entschied auch das Zürcher Obergericht zugunsten der Herstellerfirma. Es verneinte den von der Klägerin geltend gemachten Produktemangel. Dieses Urteil will die Familie nicht akzeptieren. Gemäss ihrem Anwalt wird sich nun das Bundesgericht mit der Schadenersatzklage befassen müssen.

Anwalt Felix Rüegg geht es aber auch um Grundsätzliches, wie er gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» erklärte: «Wir haben die Auffassung, dass gestützt auf das Produktehaftpflichtrecht ein anderer Entscheid gefällt werden müsste.» Rüegg hofft, dass das Bundesgericht den Fall noch in diesem Jahr behandelt.

Die Krankenkasse der Klägerin (CSS), wollte sich einen Weiterzug ebenfalls überlegen. Wie sie sich entschieden hat, will sie am Mittwoch bekanntgeben.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Pillenstreit: Jetzt redet Bayer

    Aus Rundschau vom 13.11.2013

    Mit dem Fall der schwerstbehinderten Céline geraten der Pharmakonzern Bayer und auch die Medikamenten-Zulassungsbehörde Swissmedic unter zunehmenden Druck. Die Öffentlichkeit ist empört, Schweizer Politikerinnen und Politiker fordern strengere Richtlinien. Die Zulassung der Antibabypille Yasmin soll neu überprüft werden.

  • Kampf gegen Pharmariese

    Aus Rundschau vom 6.11.2013

    Ihr Fall erschütterte die Schweiz: die 22jährige Céline Pfleger ist seit einer Lungenembolie vor 5 Jahren schwerstbehindert. Sie hatte erst seit wenigen Wochen die Anti-Baby-Pille Yasmin von Bayer eingenommen. Jetzt hat das Bezirksgericht Zürich die Klage von Céline gegen den Hersteller Bayer abgewiesen. Die mittellose Familie von Céline muss dem Pharmakonzern 120‘000 Franken Prozessentschädigung zahlen.

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