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Urteil des Bundesgerichts Fall Erb: Der Pleitier muss ins Gefängnis

Die gesundheitlichen Probleme reichen nicht aus, um Rolf Erb die Haft zu ersparen, sagt das Bundesgericht.

Portrait Rolf Erb beim Verlassen des Zürcher Obergerichts
Legende: Das Zürcher Obergericht verurteilte Rolf Erb zu sieben Jahren Gefängnis. Diese Strafe muss er nun definitiv absitzen. Keystone

Worum geht es? Rolf Erb war der letzte Chef der Winterthurer Erb-Gruppe. Er ist verantwortlich für die grösste Firmenpleite in der Schweizer Geschichte und wurde 2015 vom Bundesgericht in letzter Instanz wegen Betrug und Gläubigerschädigung zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen den Haftantritt 2016 wehrte sich der Pleitier mit einer Beschwerde.

Die Argumente von Erb: Der Verurteilte begründete seine Beschwerde mit seinem schlechten Gesundheitszustand. Er habe zweimal einen Schlaganfall erlitten und sei schwer depressiv. Ein ärztliches Gutachten, das Erb vorlegte, spricht von einer akuten Suizidalität: Es bestehe die Gefahr, dass sich Erb in der Haft das Leben nehme.

Der Entscheid des Bundesgerichts: Das höchste Gericht weist die Beschwerde von Erb ab. Man müsse abwägen zwischen dem öffentlichen Interesse am Strafvollzug und der Gesundheit eines Häftlings, das habe die Zürcher Justiz gemacht. Sie habe ein Gutachten machen lassen, dem man vertrauen könne. Zudem werde Erb bei Antritt der Haft psychologisch eng betreut, heisst es in der Urteilsbegründung. Damit muss Erb definitiv seine Strafe absitzen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Herr Erb ist noch lange nicht im Gefängnis, vielleicht erlebe ich es noch, aber soweit ist es noch nicht. Man muss solche Sachen erst glauben wenn sie auch stattgefunden haben , soweit ist es noch lange nicht , mein Glaube an die Justiz ist nicht so gross , Sie beweist es aufs neue jeden Tag.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Erb war ein Betrüger, er hat viele Menschen ins Verderben geschickt. Dass nun hier Leute Mitleid haben mit einem, der auf Kosten anderer in saus und braus belebt hat & den Staat mit Trickli bescheissen wollte, verstehe ich nicht. Bei einem Ausländer wäre der Shitstorm gewaltig...
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Erb war nicht der Einzige, der Autos (oder Haushaltmaschinen, Unterhaltungselektronik, usw. pp) nach dem Krieg fuer ein Butterbrot in Deutschland oder Japan eingekauft, und den Schweizern zum Vielfachen Wucher des Einkaufspreises angedreht hat. In diesem von geschmierten Politikern und Richtern mit Sicherheitsvorwaenden selektiv geschuetzten Eldorado haben sich auch fruehere Konkursite gesund gestossen, und nachher in Saus und Braus gelebt und der unproduktive Nachwuchs gar weiter lebt....
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
      Ja und, soll ihr Argument ihn nun entlasten? Dass sie sich hier als Fürsprecher für diesen offensichtlichen und verurteilten Betrüger outen, erstaunt.
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    3. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Baechler - Nicht nur die Erbs haetten wenigstens nur anstaendig statt minibesteuert in Saus und Braus leben sollen. In Gegensatz zu Behrings und Konsorten scheint er auch nicht Kleinsparer ausgenommen, sondern mit Baenksters und Konsorten "Geschaefte" gemacht zu haben. Die ihn und seine Familie jetzt auch gnadenlos filiettieren. Das Urteil ist im Vergleich zur Paemperung von Gewalttaetern mehr als hart genug. Und jetzt ist er ein armer ungefaehrlicher Greis, der von maechtigen Gleubigern bis zu
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Der Mann kann einem Leid tun - er ist der einzige Sündenbock in dieser langen Geschichte ? Wo sind seine EX - Geschäftspartner und Mitprofiteure ? alle Stubenrein ? Der ist gestraft genug - es reicht, ihm bis auf die AHV alles zu nehmen oder hat jemand Freude ihn im Gefängnis sterben zu lassen ?
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