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Zürich Schaffhausen Fall Horgen: Auch das Baby mit Absicht getötet.

Im Prozess um den Zwillingsmord von Horgen wurde heute noch einmal die Mutter befragt. Dabei ging es um das Baby, dass sie 1999 umgebracht hat. Sie habe ihre sieben Wochen alte Tochter mit Absicht umgebracht, sagte die Angeklagte vor den Richtern. Sie sollte für immer still sein.

Das Mädchen habe immer geweint und das habe sie total überfordert, sagte die heute 39-jährige Angeklagte vor den Bezirksrichtern. Das Geschrei interpretierte die damals 26-jährige junge Mutter als Vorwurf an sich selbst, etwas falsch zu machen, nicht zu genügen. Der Kinderarzt riet zu Fencheltee, weitere Hilfe wollte sie keine annehmen. Sie dachte, «es alleine schaffen zu müssen». 

Am Morgen des 8. Juli 1999 schaffte sie es nicht mehr und hielt dem schreienden Kind den Mund zu, bis es für immer verstummte. Die Behörden nahmen damals plötzlichen Kindstod an - die Mutter widersprach nicht.

Voller Wut und Eifersucht

Nicht Hilflosigkeit, sondern zerstörerische Eifersucht und Wut standen hinter der Tötung der siebenjährigen Zwillinge in der Nacht auf Heiligabend 2007. Nach einer problemlosen Babyzeit sei «Eifersucht immer ein Thema» gewesen, seit die Kinder grösser wurden und immer wieder die Grosseltern besuchen wollten. Die Grosseltern waren liebevoll zu ihren Enkeln, unternahmen viel mit ihnen und beschenkten sie. Im Empfinden der Mutter hatten die Kinder alles, was sie in ihrer Kindheit entbehrt hatte. Das machte sie wütend auf die Zwillinge. Vielleicht nicht zufällig explodierte diese Wut in der Nacht auf Heiligabend, nachdem die Mutter die Geschenke für die Kinder unter den Christbaum gelegt hatte. Sie ging in die Kinderzimmer und erstickte beide nacheinander mit ihren Kopfkissen.

Am 22. Januar folgen die Plädoyers von Anklage, Verteidigung und dem Rechtsvertreter des Vaters der getöteten Kinder als Geschädigter und Privatkläger. Dann hat die Beschuldigte Gelegenheit zu einem Schlusswort. Das Urteil soll am 29. Januar eröffnet werden.

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