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Zürich Schaffhausen «Fall Mörgeli»: Uni-Mitarbeiterin wehrt sich gegen ihre Kündigung

Sie habe vertrauliche Informationen preisgegeben und damit ihre Loyalitätspflicht schwerwiegend verletzt. So begründet die Universität Zürich die Kündigung der stellvertretenden Leiterin des Medizinhistorischen Instituts. Sie akzeptiert ihre Entlassung aber nicht.

Aussenansicht des Eingangs zum Medizinhistorischen Museum der Universität Zürich
Legende: Die Sammlung des Medizinhistorischen Museums unter der Leitung von Christoph Mörgeli erhielt schlechte Noten. Keystone

Ein Strafverfahren der Zürcher Staatsanwaltschaft brachte es ans Licht: Eine Mitarbeiterin des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich hat nachweislich einen Journalisten des «Tages Anzeigers» mit internen, vertraulichen Informationen aus ihrem Institut versorgt. Sie gewährte ihm ebenfalls Zugriff auf Rechner der Universität. Das schreibt die Uni Zürich in einer Mitteilung.

Diese Informationen führten schliesslich zu einer breiten Berichterstattung über die teils mangelhafte Arbeit von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Professor und Leiter des Medizinhistorischen Museums der Universität. Die Berichterstattung habe verhindert, dass die Universität das laufende Mitarbeiterbeurteilungsverfahren zu Prof. Mörgeli weiterführen konnte, heisst es weiter. Damit habe die Mitarbeiterin der Uni Zürich einen sehr grossen Schaden zugefügt.

Finanzielle Folgen der Entlassung nicht tragbar

Die fehlbare Mitarbeiterin bleibt trotzdem bis Ende April 2014 angestellt. So lange dauert die Kündigungsfrist. Sie erhält aber ab sofort keinen Lohn mehr. Die Universität möchte zudem ihren Lohn des vergangenen Jahres zurück. Deshalb will die betroffene stellvertretende Leiterin des Medizinhistorischen Instituts gegen ihre Kündigung rekurrieren. «Mir bleibt aus finanziellen Gründen keine andere Möglichkeit», sagt sie auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Radio SRF.

In der Mitteilung der Universität heisst es lediglich, man habe sich leider nicht auf eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses einigen können. Die Universität Zürich hält gleichzeitig fest, dass die wissenschaftlichen Leistungen der Betroffenen einwandfrei gewesen seien.

Nur eines von mehreren Verfahren

In der «Affäre Mörgeli» sind weitere Strafverfahren hängig, darunter auch eine Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung, die sich gegen Christoph Mörgeli richtet. Er wehrt sich ebenfalls gegen seine Kündigung als Leiter des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich. Zur Entlassung der Whistleblowerin in seinem Fall wollte er sich gegenüber Radio SRF nicht äussern.

Alfred Heer, Präsident der SVP des Kantons Zürich, fordert dagegen nun auch Konsequenzen für den Institutsleiter Flurin Condrau. Zudem müsse die Uni Zürich auch den Journalisten des «Tages Anzeigers» anzeigen. Die Zeitung rechtfertigt auf Anfrage die Veröffentlichung vertraulicher Daten mit dem übergeordneten, öffentlichen Interesse des Falls.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    @Frau Artho Schmerikon. Vögeli hat sich den Code Namen selber gegeben, da er nicht gleich auffliegen wollte. Ley wurde bereits verurteilt. Der PC von Vögeli und sein Natel und Ordner sind immer noch zur Einsicht und Beurteilung bei der Ober Staatsanwaltschaft in Zürich. Abwarten Frau Artho bis das Urteil gegen Vögeli, gesprochen wird. Vögeli und seine unanständigen Nicker und gesalbten, haben in den letzten 20 Jahren zu fest gewütet. Wer Inserate ,Texte u. Bilder der Nazi Zeit entlehnt ist dumm.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      F.Pitsch Das mag ja alles Stimmen? Aber trotzdem frage ich mich, wieso hat man Hr. Hildebrand nicht auch überprüft, da man ja weiss, dass dort auch nicht alles bestens war. Meine Meinung ist , man kann nicht das eine tun und das andere lassen, wenn schon sollten beide Seiten überprüft werden, genauso wie es jetzt in der UNI ist, an sonst wird es einseitig und weckt Misstrauen, wenn Sie verstehen was ich meine. Gerechtigkeit gibt es nicht, aber man könnte Ansatzweise etwas dafür tun.
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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    Eigentlich verdient Mörgeli gar keinen Kommentar. Frau Zelger hat wohl vergessen,dass in den letzten Jahren immer wieder Journalisten bedient wurden mit Latrine- und anderen unanständigen Geschichten. Alles SVP Leute die fürs grobe Geschütz eingesetzt werden. Ob es Ley, saich i d'hose sein Zitat, oder Fehr oder Blonde Leichtgewicht aus Winterthur oder Vögeli selber, der sogar die Bundes Präsidentin aus Genf mit Infos wegen Hildebrand bedient hat. Also Frau Zelger aus der Ur Schweiz, ganz Sachte.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      F.Pitsch Es geht ja hier auch nicht nur um Hr. Mörgeli .Was Sie nicht alles wissen, von diesen SVP Leuten, danke für die sinnvolle Aufklärung betreffend UNI, es ist sehr hilfreich. Betreffend groben Geschütz, wie heisst der Herr Vögeli , wie heisst das Blonde Leichtgewicht? Dieser Herr Vögeli hatte damals die Pflicht, wenn Ungereimtheiten sind, dies weiter zu geben im Vertrauen. Wer die Info an die Sonntagszeitung gab weiss man nicht. Wäre auch ein anderes Thema.
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  • Kommentar von Fabian Müller, Zürich
    @Frau Zelger: Ganz ehrlich, diesem Thema sollte schon lange auch journalistisch die gerechte Aufmerksamkeit zu kommen, nämlich gar keine! Und @Frau Artho: Dieses medizinhistorische Institut ist sogar für die meisten Medizinstudenten total bedeutungslos. Geschweige denn für die übrigen tausenden von Studenten und Mitarbeitern. Für den Ruf der Universität Zürich also absolut belanglos.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      F. Müller Wenn es so wäre wie Sie schreiben, bedeutungslos und belanglos, wo bleibt dann das Vertrauen in eine solche Institution? Denke dies könnte diese UNI sich gar nicht leisten oder! Da es immerhin die Pflicht ist Studenten auszubilden. Wenn alles so Belanglos ist, wieso braucht es dann eine UNI? Die UNI wird immerhin von der öffentlichen Hand unterstützt. Oder werden die Menschen immer gleichgültiger und Verantwortungsloser ?
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