Fanzüge: SBB fordern einmal mehr Geld von den Clubs

Nach dem Spiel in Basel haben GC-Fans die Bahnstrecke Basel-Zürich lahmgelegt, indem sie im Fanzug mehrmals die Notbremse gezogen haben. Die SBB fordern von den Clubs endlich Charterverträge. Bei den Grasshoppers scheinen die Verhandlungen schon fortgeschritten.

Sicherheitsleute vor einem Zug, hinten Fussballfans

Bildlegende: Fanzüge sind immer wieder Problemzonen. Die SBB fordern darum die Clubs einmal mehr auf, Charterverträge abzuschliessen. Keystone

Nur schon im Jahr 2014 haben Fussballfans über 20 Mal in Extrazügen gewütet. In beinahe der Hälfte der Fälle waren Fans der Zürcher Clubs Grasshoppers oder FCZ daran beteiligt.

In einem Papier, das der Nachrichtenagentur sda vorliegt, bilanzieren die SBB die Vorfälle. Unter der Kategorie «rot» ist beispielsweise die Rede von «Feuer im Zug», «Notbremse- und Feuerlöschermissbauch», «Sachbeschädigungen im Zug und Bahnhof» oder «Gleisüberschreitungen». Betroffen waren in neun Fällen Fanzüge der Zürcher Clubs FCZ und GC. Nur 15 der insgesamt 39 Matchtransporte verliefen ohne Zwischenfälle - Stufe «grün».

Allgemeinheit trägt Kosten

Jedes Jahr kosteten die Randale die SBB drei Millionen Franken, sagt Mediensprecher Christian Ginsig im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Es sei fast unmöglich, die Randalierer zu identifizieren, geschweige denn das Verschulden nachzuweisen. So trage die SBB und indirekt die Allgemeinheit die Kosten.

Forderung nach Charterverträgen

Die SBB fordern die Fussball-Clubs daher einmal mehr auf, sogenannte Charterverträge abzuschliessen. «Wenn ein an einem Fahrzeug ein Schaden entsteht, könnten die Rechnung klar adressiert werden», erklärt Ginsig. Bisher haben allerdings nur die Berner Young Boys einen entsprechenden Vertrag mit den SBB abgeschlossen.

Mit den beiden Zürcher Clubs verhandeln die SBB seit Jahren. Bisher ohne Erfolg. Laut GC-Mediensprecher Eugen Desiderato seien die Verhandlungen seines Clubs mit den SBB allerdings schon weit gediehen, es gebe auch informelle Vereinbarungen: «Wir begleiten die Fanzüge mit Fanbetreuer, so dass man die Züge in der Regel wieder so übergeben kann, wie man sie vorher angetroffen hat.» Genützt hat dies am Sonntag nichts.