Fische züchten, damit die Fischer etwas zu fangen haben

Über 250 Tonnen Fisch haben die Berufs- und Hobbyfischer im letzten Jahr aus dem Zürichsee gezogen. Damit sie auch heuer etwas zu angeln haben, wurden in der Zuchtanlage in Stäfa rund 100 Millionen Eier ausgebrütet. Eine umstrittene Methode.

Ein Fischer präsentiert auf dem Boot seinen Fang.

Bildlegende: Berufsfischer auf dem Zürichsee: Tonnenweise Fisch haben er und seine Kollegen letztes Jahr gefangen. Keystone

258 Tonnen Fisch im Jahr 2014 – für den Zürcher Fischereiadjunkten Andreas Hertig ist das eine durchschnittliche, aber zufriedenstellende Menge. Der Zürichsee leide aber immer noch unter den Folgen des ungenügenden Wasserschutzes in den 60er- bis 80er-Jahren. Deshalb sei es nötig, dass in der Zuchtanlage Stäfa zusätzlich viele Fischeier ausgebrütet werden.

Fischzucht versus Krebsbekämpfung

Für Naturschützer Rolf Schatz ist dies verschwendetes Geld: «Das bringt doch nichts. Man würde diese Mittel besser einsetzen, um beispielsweise schädliche ausländische Krebsarten zu bekämpfen», sagt Schatz gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Fischereiadjunkt Hertig sieht das anders: Bis sich der Zürichsee vollständig erholt habe, sei diese Massnahme nötig, ist der Fischereiexperte überzeugt.