Flughafen-Chef Stephan Widrig will mehr Kapazitäten

Der Flughafen Zürich soll seine Kapazitäten erhöhen können. Das fordert Flughafen-Chef Stephan Widrig. Im Interview mit dem Regionaljournal tönt er an, dass der Flughafen mit entsprechenden Anträgen beim Bund vorstellig wird.

Am vergangen Dienstag informierte das Bundesamt für Zivilluftfahrt über seine Vorgaben für den künftigen Betrieb des Flughafens Zürich. Hintergrund war ein Sicherheitsbericht aus dem Jahr 2012. Dieser bemängelte, dass sich die An- und Abflugrouten häufig kreuzen. Das sei ein Sicherheitsrisiko.

Neu sollen deshalb bei schlechtem Wetter die Flugzeuge Richtung Süden starten, direkt über Zürich und andere dicht besiedelte Gemeinden. Dazu möchte der Bund auch zwei der drei Pisten verlängern.

«Flughafen ist nicht gefährlich»

Widrig begrüsst diese Massnahmen. Es sei richtig, dass Probleme angegangen würden. Er bestreitet jedoch, dass es am Flughafen Zürich ein Sicherheitsrisiko gibt. «Der Flughafen Zürich ist nicht gefährlich», betont er als Regionaljournal-Wochengast. Zusätzlich zu den Sicherheitsmassnahmen hätte sich Widrig aber auch Massnahmen gewünscht, damit der Flughafen weiter wachsen kann.

«Die gestiegene Nachfrage von Flügen wird nicht vom Airport vorangetrieben sondern von mehreren verschiedenen Faktoren. Neben Wirtschaft und Forschung sind das auch das Bevölkerungswachstum und die immer internationaler werdenden Verwandtschaftsverhältnisse sowie das gestiegene Pro-Kopf-Einkommen in der Schweiz.» Aber auch Menschen aus den Schwellenländern könnten sich mittlerweile Tourismus-Reisen nach Europa leisten – und dem müsste Rechnung getragen werden, so Widrig.

Es gäbe eine Nachfrage nach Mobilität und diese wolle der Flughafen Zürich auch in zehn Jahren erfüllen. Er lässt durchblicken, dass der Flughafen deshalb im Rahmen des Verfahrens, welches nun zu den neuen Plänen des Bundes läuft, seine Wünsche einbringen werde. «Wir werden nun die Vorschläge des Bundes in aller Ruhe analysieren und werden uns dann äussern.»

Frühestens in sieben Jahren

Bis der Flughafen ein neues Flugkonzept erhält, dürfte es jedoch noch lange dauern. Bund und Kanton Zürich wirken mit und am Schluss dürften auch noch die Gerichte eingeschaltet werden. Widrig rechnet deshalb mit mindestens sieben Jahren.

(kueh; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

Weniger Warteschleifen

Bessere Planung der Ankunftszeiten, weniger Warteschleifen: Im vergangenen Jahr ist in Zürich ein System getestet worden, das die Ankunftswellen optimieren soll. Dieses System, iStream genannt, wird nun definitiv eingeführt. Damit können Flugsicherung skyguide sowie die Piloten in den Fliegern die Ankunftszeiten laufend austauschen und korrigieren.