Fluglärmorganisationen machen gemeinsame Sache

Erstmals raufen sich die Fluglärmgegner im Norden, Osten und Westen des Flughafens zusammen. Gemeinsam präsentieren sie Vorschläge für den Flugbetrieb der Zukunft. Der Süden bleibt aussen vor.

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Neustart im Fluglärmstreit

3:56 min, aus Schweiz aktuell vom 7.7.2015

Der Flughafen soll weiter so angeflogen werden wie heute, am bestehenden Betriebsreglement soll möglichst nichts geändert werden. Dies die zentrale Forderung der erstmals vereinten Fluglärmorganisationen «IG-Nord», «Region Ost» und «IG West». Die Gemeinden rund um den Flughafen fordern, dass keine Region aus politischen Gründen ausgeklammert werde und weniger Fluglärm ertragen müsse als andere.

Die Fluglärmorganisationen aus dem Norden, Osten und Westen stellen sich nun also mit vereinten Kräften gegen den Süden. «Die Südgemeinden müssen irgendwann zur Kenntnis nehmen, dass sie nicht ganz ohne Fluglärm davon kommen», betont Hanspeter Lienhart, Präsident der IG-Nord. Der Süden soll in Zukunft nicht nur Anflüge am Morgen, sondern auch die lärmigeren Starts am Nachmittag übernehmen.

Bei diesen Forderungen der vereinigten Fluglärmgegner machen die Südanflug-Gegner nicht mit. «Wenn man die An- und Abflüge über den Süden, also über die Stadt Zürich führt, dann sind am meisten Menschen betroffen. Egal ob am Tag oder in der Nacht», hält Matthias Dutli fest, Präsident des Vereins Flugschneise Süd – Nein.

Kompromisse ja, aber...

Im Norden, Osten und Westen zeigt man sich kompromissbereiter. Man stehe hinter dem Flughafen und würde sogar über den gekröpften Nordanflug diskutieren oder über eine Verlängerung der Abendanflüge. Die Gemeinden machen aber auch klar, dass sie Pistenverlängerungen ablehnen und die Einhaltung der Nachtflugsperre fordern.

Schreckgespenst Betriebsreglement 2014

Ausschlaggebend für die verstärkte Kooperation der Fluglärmorganisationen sei das Gesuch für das neue Betriebsreglement 2014 gewesen. Durch dieses Betriebsreglement würde der Fluglärm noch strikter über dem Osten, Norden und Westen kanalisiert werden. Die 137 betroffene Gemeinden machen darum gemeinsam dagegen mobil.

Kritik des Flughafens

Der Flughafen Zürich kann den Vorschlag der Fluglärmorganisationen – Status quo beibehalten – nicht verstehen. Das neue Betriebsreglement 2014 wolle die An- und Abflüge entflechten und so für mehr Sicherheit sorgen: «Der Flugbetrieb in Zürich ist sehr komplex. Wenn man etwas Komplexität wegnehmen und die Sicherheit erhöhen kann, ist doch allen gedient», sagt Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling. Und sie betont: «Es gibt keine zusätzliche Lärmbelastung durch dieses Betriebskonzept 2014.»

Kritik am neuen Betriebsreglement