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Forschungsanstalt Agroscope Zürcher Widerstand gegen die Abbaupläne des Bundes

Ein Schild mit der Aufschrift Agroscope vor dem Forschungsstandort Reckenholz
Legende: Keystone

Der Bund möchte aus Spargründen die landwirtschaftliche Forschung zentralisieren. Die zwölf Standorte der Agroscope sollen im Kanton Freiburg zusammengelegt werden. Im Kanton Zürich wären die Standorte Wädenswil und Reckenholz betroffen. Alleine in Wädenswil würden 140 Arbeitsplätze verloren gehen.

Im Gespräch mit dem «Regionaljournal» erklärt der Stadtpräsident von Wädenswil, Philipp Kutter (CVP), bei einem Wegzug von Agroscope aus Wädenswil sei der Schaden noch viel grösser als «nur die 140 Arbeitsplätze». Agroscope sei Teil eines Forschungsnetzwerkes. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule ZHAW in Wädenswil sei bemerkenswert und dürfe nicht gestoppt werden. «Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Bund diese Bündelung des Wissens auseinanderreisst». Philip Kutter möchte in Zusammenarbeit mit der Zürcher Regierung und dem Zürcher Bauernverband einen Plan B erarbeiten.

Der Bund zerstört einen Wissenscluster
Autor: Philipp KutterStadtpräsident Wädenswil (CVP)

Konkret schwebt dem Stadtpräsidenten die Schaffung eines neuen Kompetenzzentrums vor, analog zum Kompetenzzentrum «AgroVet» in Lindau (ZH). Dort forschen die ETH und die Universität Zürich im Bereich der Veterinärwissenschaft in enger Absprache mit den Bauern. Der CVP-Politiker möchte nun in Wädenswil ein ähnliches Zentrum schaffen, welches sich jedoch um das Thema Ernährung kümmert. Philipp Kutter hat in seiner Funktion als CVP-Fraktionspräsident im Zürcher Kantonsrat einen entsprechenden Vorstoss eingereicht, der unterdessen von 60 Parlamentarierinnen und Parlamentarier unterschrieben wurde.

Unterstützung von den Bauern und der Zürcher Regierung

Auch die Zürcher Bauern wollen sich gegen die Schliessung der Zürcher Agroscope-Standorte wehren. An der Delegiertenversammlung des Zürcher Bauernverbandes verabschiedeten die Delegierten eine Resolution. Im Hochschulkanton Zürich müsse zwingend auch landwirtschaftliche Forschung betrieben werden, so der Tenor.

Am Rande der Versammlung erhielten die Bauern Rückendeckung von der Zürcher Regierung. Er werde sich beim Bund für die Agroscope-Standorte einsetzen, erklärte der Zürcher Regierungspräsident und frühere Landwirt Ernst Stocker.

Zeit bleibt den Zürchern nur wenig. Bereits im Juni entscheidet der Bundesrat definitiv über die Zukunft der zwölf Agroscope-Standorte.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Das Übel liegt am Kapitalismus. Alles wird unter dem Faktor finanzieller Gewinn betrachtet und zentralisiert. Was alles an Wissen, Kultur, Austausch, Innovation etc verloren geht fragt niemand. Das kurzfristige Geld ist die Ideologie. Die Eigenheiten des Landes werden verscherbelt.
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