Forschungsprojekt «Zeppelin» zeigt: Frühförderung nützt

Ziel des Forschungsprojektes war es, Kinder aus schwierigen Verhältnissen von Geburt an zu fördern, damit sie nicht schon im Kindergarten ins Hintertreffen geraten. Die Bilanz des Forschungsprojektes ist positiv. Trotzdem will der Kanton Zürich von dieser Form der Frühförderung nichts wissen.

Ein kleines Mädchen deutet mit dem Finger auf die Nase der Mutter, die neben ihr auf dem Sofa sitzt.

Bildlegende: «Das ist eine Nase» - wenn kleine Kinder früh Deutsch lernen, profitieren auch die Eltern davon. ZVG

Drei Jahre lang haben Betreuerinnen Kinder aus sozial benachteiligten Familien gefördert: Sie haben – zusammen mit den Eltern – mit den Kindern gesprochen, gespielt und ihnen einfache Sachen beigebracht. Die Eltern sollten dadurch befähigt werden, ihre Kinder selbständig zu fördern. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik. Die Auswertung zeigt: Die Resultate sind gut.

Kinder und Eltern profitieren

Die Sprache der Kinder sei besser, die Eltern seien besser vernetzt, fasst Forschungsleiter Andrea Lanfranchi die Wirkung zusammen: «Das sind nachweisbare, signifikante Ergebnisse.» Und er ist überzeugt: So eine intensive Frühförderung kostet zwar Geld – sie zahlt sich aber auch aus. Er erinnert an die Folgekosten, die ein schlechter Start im Kindergarten haben kann.

Der Forscher ist deshalb der Meinung, dass eine solche Förderung vom Kanton betrieben werden sollte. Doch die Bildungsdirektion will davon nichts wissen. Sie scheut die Kosten in der Höhe von geschätzten 6 Millionen Franken im Jahr. Das letzte Wort in dieser Sache ist aber noch nicht gesprochen. Im Kantonsrat sind zwei Vorstösse hängig, die eine solche kantonale Frühförderung einführen wollen.

Gleiches Programm – neue Trägerschaft

So lange will die Projektleiterin von «Zeppelin», Brigitte Kubli, nicht warten. Sie hat eine neue Organisation gebildet, die das Programm weiter anbietet. Bund und Kanton helfen finanziell mit, Geld kommt auch von Stiftungen. Das reicht aber nicht, deshalb müssen die Gemeinden den Rest bezahlen. «Das ist für uns ein grosser Schritt», meint Kubli, denn bisher war das Angebot für die Gemeinden gratis. Aber Kubli ist überzeugt, dass es gelingt, die Gemeinden vom Angebot zu überzeugen. Denn auch sie geht davon aus, dass sich das investierte Geld für die Gemeinden auszahlt.