Fracking-Pläne im Kanton Zürich werden wieder konkreter

Fracking, die umstrittene Methode zur Erdgasgewinnung, soll im Kanton Zürich grundsätzlich möglich sein. Der Regierungsrat lehnt ein Verbot ab. Die Fracking-Lobby ist erfreut. Ein Fracking-Boom ist in Zürich aber nicht zu erwarten.

Ein Plakat der Berner Grünen mit der Aufschrift «Stopp Fracking»

Bildlegende: Protest gegen Fracking: Wie hier in Bern fordern die Grünen auch in Zürich ein Verbot dieser umstrittenen Methode zur... Keystone

Der Zürcher Regierungsrat ist gegen ein generelles Verbot der umstrittenen Fracking-Methode zur Gewinnung von Erdgas oder Erdwärme im Kanton Zürich. Dies schreibt er in einer Stellungnahme zu einem Vorstoss der Grünen. Für jede Bohrung brauche es eine kantonale Bewilligung; und für jede Nutzung von Bodenschätzen brauche es eine Konzession, so die Regierung. Auf diese Weise könne sichergestellt werden, dass es zu keinen negativen Auswirkungen auf die Umwelt komme.

Ein Verbot hätte gemäss Regierungsrat zur Folge, dass eine Weiterentwicklung der Fracking-Technologie verhindert würde. Er plädiert stattdessen für eine strikte Anwendung des geltenden Rechts.

Unverständnis bei Zürcher Grünen

Unter Fracking versteht man das hydraulische Aufbrechen von Gestein, wobei eine Flüssigkeit mit hohem Druck in den Untergrund gepresst wird. Zum Teil werden auch giftige Chemikalien beigemischt, was bei ungenauem Arbeiten zu einer Verschmutzung des Grund- und Trinkwassers führen könnte.

Deshalb wird die Methode von Umweltschützern bekämpft. Kantonsrat Urs Hans von den Zürcher Grünen sagt: «Wenn man sieht, was in den USA oder Kanada derzeit abgeht, welche Umweltzerstörungen Fracking anrichtet, ist es unverantwortlich, überhaupt nur weiter an diese Methode zu denken. Das muss verboten werden.»

Freude bei Fracking-Lobby

Erfreut über die Stellungnahme der Regierung zeigt man sich bei der Firma SEAG. Die Firma sorgte im letzten Jahr für Schlagzeilen, weil sie bei Humlikon im Zürcher Weinland nach Erdgas suchen wollte. Für die Gewinnung würde auch Fracking in Frage kommen. Die dafür nötige Konzession ist inzwischen nicht mehr gültig. Die SEAG will aber erneut ein Gesuch einreichen, wie Geschäftsführer Conrad Frey gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» erklärte.

Kanton rechnet nicht mit Fracking-Boom

Bis der Kanton aber erste mögliche Fracking-Konzessionen ausgibt, dürfte es noch einige Zeit dauern. Gemäss einem Sprecher der kantonalen Baudirektion arbeitet der Kanton zur Zeit an einem Gesetz zur Nutzung des Untergrunds. Es sei unwahrscheinlich, dass der Entwurf schon nächstes Jahr vorliege. Erst nach der Verabschiedung des Gesetzes werde der Kanton über Fracking-Bewilligungen entscheiden.