Freie Fahrt für Rollstuhlfahrer

In Zukunft sollen in Zürich Rollstuhlfahrer selbständig in den Bus einsteigen können. Bis jetzt ist dies trotz Niederflurbussen nicht möglich, da diese nicht nah genug ans Trottoir fahren können. Ein spezieller Randstein soll nun Abhilfe schaffen.

Beschreibung des neuen Randsteins, der speziell für Rollstuhlfahrer entwickelt wurde.

Bildlegende: Legt Rollstuhlfahrern keine Hindernisse mehr in den Weg: Der neue, rollstuhlfreundliche Randstein. zvg

Heute können Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer in Zürich nur mit Hilfe der Chauffeure und einer sogenannten Klapprampe in den Bus steigen.

Einerseits besteht trotz Niederflurbussen noch eine Höhendifferenz zum Randstein, andererseits können die Busse auch nicht nah genug an den Randstein fahren, es klafft eine für Rollstühle unüberwindbare Spalte.

«Kasseler Sonderbord Plus ©»

Der neue, höhere Randstein «Kasseler Sonderbord Plus ©» soll diese Einschränkungen nun eliminieren, er wurde speziell dafür entwickelt, dass in Zukunft Rollstuhlfahrende selbständig in den Bus einsteigen können. Ab 12. Juli testen die VBZ den neuen Randstein an der Haltestelle Neunbrunnen in Zürich Nord. Am 22. August gibt es eine Besichtigung für alle Interessierten mit der Möglichkeit, das Ein- und Ausfahren in den Bus zu testen.

«Das Ei des Kolumbus»

Für Joe Manser, Mitglied im Vorstand der Behindertenkonferenz, Gemeinderat und selbst Rollstuhlfahrer, bezeichnet den neuen Randstein als «Ei des Kolumbus». Lange hätten technische Schwierigkeiten einen problemlosen Zugang zu Bussen für Rollstuhlfahrer verunmöglicht. «Einen ersten Vorstoss dazu brachte ich vor 24 Jahren im Gemeinderat ein.» Manser ist zuversichtlich, dass die Tests mit dem neuen Randstein positiv ausfallen, nicht zuletzt wegen guten Erfahrungen in Deutschland und im Kanton Basel-Land.

Behindertengerechte Haltestellen bis 2024 nicht realistisch

In Zukunft müsse es mit der Umrüstung sowieso schnell gehen, sagt Manser: Bis 2024 müssten alle Haltestellen behindertengerecht sein. Er schätzt aber, dass dieses Vorhaben nicht realisierbar ist und bis dahin erst die Hälfte oder höchstens zwei Drittel der Haltestellen entsprechend umgerüstet sind.

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